Unfall auf der "Gorch Fock" Oberstaatsanwalt sieht keine Nötigung

Der Tod einer Soldatin auf dem Ausbildungsschiff "Gorch Fock" beschäftigt Bundeswehr wie Oberstaatsanwaltschaft. Bisherigen Ermittlungen der Kieler zufolge ist kein Druck auf die junge Frau ausgeübt worden.
Marine-Schulschiff "Gorch Fock": Beim Runterklettern den Halt verloren

Marine-Schulschiff "Gorch Fock": Beim Runterklettern den Halt verloren

Foto: Carsten Rehder/ picture-alliance/ dpa

Gorch Fock

Berlin - Die auf der " " tödlich verunglückte Soldatin ist nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen nicht unter Druck gesetzt worden. Der Kieler Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt sagte am Freitag dem ZDF-Hauptstadtstudio, die junge Frau sei keine Soldatin gewesen, die Druck benötigte, um in die Takelage zu klettern. "Wir haben nichts derartiges festgestellt", sagte er.

Das Gegenteil sei der Fall, sagte der Oberstaatsanwalt: "Sie war eine hochmotivierte Offiziersanwärterin und eine erfahrene Marinesoldatin, schließlich hatte sie als Quereinsteigerin bereits eine Unteroffizierskarriere bei der Marine hinter sich und war bereits auf einer Fregatte zur See gefahren." Es liege der Staatsanwaltschaft kein Hinweis auf eine strafrechtliche Nötigungshandlung vor. Nach bisherigem Stand habe die Soldatin beim Herunterklettern den Halt verloren, sagte Winterfeldt.

Hellmut Königshaus

Die 25-jährige Marine-Soldatin war im November vergangenen Jahres aus der Takelage des Schiffes auf das Deck gestürzt. Sie starb kurz darauf an den Folgen des Unfalls. Bundeswehrsoldaten warfen den Ausbildern auf der "Gorch Fock" daraufhin massiven Druck bis hin zur Nötigung vor, wie aus einem Brief des Wehrbeauftragten (FDP) an den Verteidigungsausschuss des Bundestags hervorgeht. Nach dem Vorfall kam es zu Spannungen zwischen der Crew und der Schiffsführung, die vier der Offiziersanwärter der Meuterei beschuldigte.

Bundeswehr

Inzwischen hat die "Gorch Fock" ihre geplante Reise abgebrochen und ist in einen argentinischen Hafen eingelaufen, wo kommende Woche Ermittler der an Bord kommen sollen, um die Vorwürfe aufzuklären. Die Mutter der getöteten Frau fordert den Rücktritt des Kapitäns.

Bundeswehrangehörigen in Afghanistan

Karl-Theodor zu Guttenberg

Die Bundeswehr steht zurzeit wegen mehrerer Vorfälle in der Kritik: Neben dem tödlichen Unfall auf der "Gorch Fock" wird wegen geöffneter Feldpost-Sendungen von und einem mysteriösen Schießunfall ermittelt. Verteidigungsminister (CSU) gerät wegen der Vorfälle unter Druck vor allem aus der Opposition. Der Wehrbeauftrage Königshaus forderte eine Untersuchung, welche Informationen Guttenberg und der militärischen Führung wann vorgelegen haben.

can/AFP/dpa
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