Union der Mitte Liberale CDU-Unterstützer von Kramp-Karrenbauer treffen sich in Berlin

Niemand hat CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer auf dem Weg ins Amt so unterstützt wie die "Union der Mitte" - nun sorgt man sich dort um den Kurs der Partei. Zur Selbstvergewisserung trifft sich die Gruppe zum ersten Mal in Berlin.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer
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CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer

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Gerade hat die Initiatorin Karin Prien vor einem Rechtsruck der CDU gewarnt - jetzt trifft sich ihre "Union der Mitte" erstmals in der Hauptstadt. Die Gruppe von liberalen Christdemokraten um die schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerin Prien, den hessischen Kommunalpolitiker Patrick Kunkel und den PR-Manager Frank Sarfeld hat nach SPIEGEL-Informationen am Freitagnachmittag zu einem Treffen eingeladen. Es geht um eine Selbstvergewisserung des Mittekurses der Partei.

Angemeldet haben sich dem Vernehmen nach mehrere christdemokratische Abgeordnete aus dem Bundestag und dem Europaparlament sowie der langjährige deutsche Parlamentarier und frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz.

CDU-Politikerin Prien
Carsten Rehde/ picture alliance

CDU-Politikerin Prien

Das Murren der eifrigsten Unterstützer Kramp-Karrenbauers auf dem Weg zur Parteichefin war zuletzt lauter geworden.

"Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass die CDU nach rechts rückt", sagte Prien der "Rheinischen Post". Es sei richtig von der Parteichefin gewesen, nach dem knappen Erfolg auf die enttäuschten Anhänger des unterlegenen Friedrich Merz zuzugehen, betonte die CDU-Politikerin. Aber nun hätten "diese Kreise das Gefühl, dass sie Oberwasser haben". Damit spielt sie vor allem auf die konservative Werteunion an.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, der Kramp-Karrenbauer bei ihrer Kandidatur als Vorsitzende ebenfalls unterstützt hatte, äußerte sich via Twitter zuletzt kritisch über das Erscheinungsbild der Partei:

Unter anderem nehmen die liberalen Unterstützer Kramp-Karrenbauer übel, dass sie vor knapp zwei Monaten ein sogenanntes Werkstattgespräch zur Aufarbeitung der Flüchtlingspolitik von CDU und CSU veranstaltete, zu dem auch noch Mitglieder der Werteunion eingeladen waren.

Stimmenfang #90 - Konservativer als Merkel? Die 100-Tage-Bilanz der Annegret Kramp-Karrenbauer

Kritisiert wird auch, dass sich die CDU-Chefin sehr distanziert zu den Demonstrationen junger Menschen geäußert hat, die unter dem Motto "Fridays for Future" seit Wochen jeden Freitagvormittag für mehr Klimaschutz demonstrieren.

AKK lädt Unterstützer zum Abendessen

Kramp-Karrenbauer wiederum geht nun auf ihre Getreuen aus den Reihen der CDU-Bundestagsabgeordneten zu: Für kommenden Mittwoch hat die Vorsitzende nach SPIEGEL-Informationen etwa 40 christdemokratische Parlamentarier zu einem Abendessen ins Konrad-Adenauer-Haus eingeladen.

Sowohl die persönlichen Werte von Kramp-Karrenbauer als auch die Werte von CDU und CSU waren zuletzt bei mehreren Umfrageinstituten zurückgegangen. Mit Blick auf die 2019 anstehenden Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen ist das kein beruhigendes Zeichen für die Unionsparteien.



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Seite 1
demokrat2 03.04.2019
1. Gezerre in der CDU.
Mittlerweile wird die Zerrissenheit der CDU deutlich sichtbar. Die Libaralen - warum sind die eigentlich nicht in der FDP -- wollen nicht nach rechts. Die Werteunion will genau das Gegenteil. Und die Merz-Freunde haben den Gedanken an eine Kanzlerschaft immer noch nicht ad acta gelegt. Zur Zeit ist es schwer für die Christdemokraten, eine gemeinsame Linie zu finden. Sie sind gespalten, denn es gibt tatsächlich noch einige andere Grüppchen. Noch vor einiger Zeit haben alle über die SPD gelästert, ein Auseinanderbrechen und den Niedergang prognostiziert, jetzt ist Kramp-Karrenbauer die "neue Nahles" und besinnt sich auf ihre Basis. Hochmut kommt vor dem Fall.
n.wemhoener 03.04.2019
2.
Zitat von demokrat2Mittlerweile wird die Zerrissenheit der CDU deutlich sichtbar. Die Libaralen - warum sind die eigentlich nicht in der FDP -- wollen nicht nach rechts. Die Werteunion will genau das Gegenteil. Und die Merz-Freunde haben den Gedanken an eine Kanzlerschaft immer noch nicht ad acta gelegt. Zur Zeit ist es schwer für die Christdemokraten, eine gemeinsame Linie zu finden. Sie sind gespalten, denn es gibt tatsächlich noch einige andere Grüppchen. Noch vor einiger Zeit haben alle über die SPD gelästert, ein Auseinanderbrechen und den Niedergang prognostiziert, jetzt ist Kramp-Karrenbauer die "neue Nahles" und besinnt sich auf ihre Basis. Hochmut kommt vor dem Fall.
Wozu ein Kanzlerkandidat Merz ? AKK erfüllt doch sämtliche Erwartungen der Werteunion.
robert_schleif 03.04.2019
3. Die Liberalität ist in Gefahr (???)
Hört, hört, man rechnet "AKK" nicht einmal mehr zu den Liberalen! Früher gab es, neben Linksliberalen, auch noch Liberale und Rechtsliberale. Aber in den heutigen verrückten Zeiten gilt man schon als antiliberal alias stockkonservativ alias rechts alias rechtspopulistisch alias pfui, wenn man im Karneval einen schlechten Klowitz reißt, über die umstrittene Merkelsche Migrationspolitik auch nur debattiert (Was sich in einer Demokratie und demokratischen Partei schon 2015, oder besser noch früher, gehört hätte!) oder sich nicht eilfertig an schulschwänzende Kinder anwanzt, sobald der linksgrüne Mainstream es verlangt.
duke_van_hudde 03.04.2019
4. Lustig ist das diese Kreise als Liberale beschrieben werden
Sie sind wirtschaftlich alles andere als Liberal(Hier muss man eher sagen das der Flügel stark sozialistisch geprägt ist und damit aber halt auf Kurs von Frau Merkel liegt.) und ob man diese Kreise als Gesellschaftlich Liberal bezeichnen kann muss dann jeder selber wissen. Das AKK und ihr Bild alles andere als Gesellschaftsliberal ist das wussten die Anhänger/Wähler von AKK vorher. Man hat AKK gewählt weil diese klar wirtschaftlicher links steht wie Herr Merz, aber das war auch schon das einzige was man gemeinsam hatte. Diese Kreise hätten halt wen eigenes aufstellen müssen wenn sie wirtschaftlich links und gesellschaftlich liberal hätten haben wollen. Wobei dann Herr Merz gewonnen hätte und diese Kreise das wohl nicht wollten und man daher AKK unterstützt hat. Das die CDU ein großes Problem bekommt mit dem Abgang von Frau Merkel und wo sich die Partei aufstellen soll ist jeden klar. Nur Frau Merkel wollte halt Wahlen gewinnen und der ist die langfristige Auswirkung ihrer Politik für die Partei halt toal egal gewesen. Frau Merkel hat mit ihren starken Kurs nach links halt die Afd in den Bundestag gebracht und damit gegen das Gesetz von F.J.Strauß verstossen und das nur für den kurzfristigen Machterhalt. Ein zurück zur alten Positionen halte ich für sehr schwer da dort jetzt die AFD ist und bei den Wähler der AFD ist die CDU kaum eine Alternative da sie diese Wähler aus deren Sicht verraten hat. In der Gesellschaftlich liberalen und wirtschaftlichen sozialistischen Bereich gibt es halt die Grünen und hier droht halt das diese Menschen nach den Abgang von Frau Merkel auch wieder das Orgial wählen. Die SPD könnte irgendwann brauchbares Personal haben und dann wird es eng für die CDU. Den dann könnte sie das Problem der SPD bekommen. Die hat auf der einen Seite die Linkspartei im Nacken und muss auf zwie anderen Seiten mit den Grünen und der CDU um wähler kämpfen. Die CDU bekommt von der einen Seite druck von der AFD und von der anderen Seite von Grünen und SPD. Tja und ob der Traum diese Kräfte in der CUD wirklichkeit wird das CDU und Grüne zusammengehen können und das riech bezweifle ich stark. Dazu ist das natürlich das beste was der AFD passieren kann. Die CUD wird dann weitere Wähler an die AFd und wohl auch an die FDP verlieren. Den wer wirtschaftlich liberal ist der hat es überhaupt nicht mit den Grünen.
ddcoe 03.04.2019
5. Panik macht sich breit
und das völlig zu Recht. AKK schafft es nicht im Ganztagsjob das zu leisten, was echte Persönlichkeiten wie Kohl, Schröder und Merkel neben der Kanzlerschaft nebenbei mit erledigt haben - die Führung einer Partei. Die CDU war selten so gespalten wie heute. Das sie sich - warum auch immer - als natürliche Nachfolgerin von Merkel gesehen hat hat für viele Peinlichkeiten gesorgt, hat alle denkbaren Koalitionspartner abgeschreckt und kostet die Union viele Wähler. Ich denke es ist an der Zeit zu erklären, dass Klein Annegret für eine Kanzlerkandidatur nicht mehr in Betracht kommt. Dann kann sie weiter die CDU bespaßen und gut ist es.
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