Union Huber spricht Koch Wirtschaftskompetenz ab

"Unausgegoren, daneben gelegen": Derart direkte Kritik aus den eigenen Reihen ist ungewöhnlich - der frühere CSU-Chef Huber hat Hessens Regierungschef Koch für das mäßige Wahlergebnis der hessischen CDU verantwortlich gemacht. Seine Diagnose: Koch mangele es an Wirtschaftskompetenz.

Passau - Denkt Erwin Huber an Roland Koch, dann hat der frühere CSU-Chef offenbar gleich eine ganze Liste von Fehlern im Kopf, die er dem hessischen Ministerpräsidenten präsentieren kann.

Für das mäßige Abschneiden der CDU bei der hessischen Landtagswahl (37,2 Prozent) macht Huber auch Koch verantwortlich: Das Wahlergebnis des CDU-Politikers sei "auch einem Mangel an Wirtschaftskompetenz zuzuschreiben", sagte Huber der "Passauer Neuen Presse" - und fügte hinzu: "Angefangen von unausgegorenen Eckpunkten bei der Erbschaftsteuer über die Bekämpfung der Pendlerpauschale bis zur Ablehnung von Steuersenkungen für Normalverdiener bis in die letzten Tage hat Roland Koch auf der ganzen Linie steuerpolitisch daneben gelegen", sagte Huber.

Der Mittelstand habe sich von der CDU nicht angesprochen gefühlt und sei zur FDP abgewandert. Für die Bundestagswahl müsse die Union die richtigen Lehren ziehen. Das CSU-Steuerkonzept habe "den richtigen Weg gewiesen, wobei besonders Koch als Widersacher aufgetreten ist", sagte Huber.

Huber und Koch haben seit längeren ein angespanntes Verhältnis. Als der damalige CSU-Vorsitzende und bayerische Finanzminister Huber im Mai ein eigenes Steuerprogramm vorgestellt hatte, verfasste Koch zusammen mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) einen gemeinsamen Zeitungsartikel. Darin kritisierten beide die CSU-Forderung nach einer Rückkehr zu Pendlerpauschale - eines der zentralen Anliegen Hubers.

Dies wurde im Huber-Umfeld als unfreundlicher Akt im damals beginnenden bayerischen Landtagswahlkampf verstanden. Bereits auf dem CSU-Parteitag letzten Oktober hatte Huber Koch dafür scharf angegriffen.

hen/sev/AP
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