Reform der Großen Koalition Union und SPD einigen sich im Streit über Rente mit 63

Der monatelange Streit der schwarz-roten Koalition um die Rente ab 63 Jahren ist beigelegt. Die Führungen von CDU, CSU und SPD haben sich auf eine Lösung verständigt.

Thomas Oppermann (l.), Volker Kauder im Bundestag: Auf Details des Rentenpakets verständigt
DPA

Thomas Oppermann (l.), Volker Kauder im Bundestag: Auf Details des Rentenpakets verständigt


Berlin - Schwarz-Rot hat sich auf letzte Korrekturen beim Rentenentwurf geeinigt. Die Spitzen der Koalitionsfraktionen verständigten sich am Montag mit dem Kanzleramt auf eine einvernehmliche Lösung, teilten Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), sein SPD-Amtskollege Thomas Oppermann und die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mit.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 21/2014
Gehalt statt Rente: Warum Senioren weiterarbeiten - und damit den Jüngeren helfen

Nach Angaben von Hasselfeldt soll es bei der abschlagsfreien Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren einen "rollierenden Stichtag" geben. Dieser verhindere, dass Arbeitnehmer mit 61 Jahren aufhören zu arbeiten, dann zwei Jahre Arbeitslosengeld I beziehen, um anschließend in die Rente mit 63 zu gehen. Zuletzt hatte es in der Großen Koalition heftige Debatten vor allem über die Gefahr einer Frühverrentungswelle gegeben.

Zudem solle es eine Flexi-Rente geben, die das Arbeiten auch über das Rentenalter hinaus erleichtern soll, sagte Kauder. Der SPIEGEL hatte berichtet, dass die Koalition dies im Gegenzug zur Rente mit 63 Jahren erwäge. Die Flexi-Rente soll eine befristete Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmern über das Rentenalter hinaus erleichtern. Allerdings soll dafür erst einmal eine Arbeitsgruppe gebildet werden.

"Wir haben in den letzten Wochen immer wieder gefordert, dass beim Rentenpaket eine Frühverrentungswelle schon mit 61 Jahren ausgeschlossen wird und wir einen Einstieg in die Flexi-Rente bekommen", sagte der CDU-Abgeordneter Jens Spahn. Durch die Flexi-Rente werde bedacht, worauf es in einer älter werdenden Gesellschaft ankomme. "Beides ist mit dem heute gefundenen Kompromiss gelungen." Entscheidende Änderungen seien erreicht, so Spahn: "Auch wenn die Rente mit 63 grundsätzlich ein falsches Signal bleibt, werde ich dem Paket mit diesen von uns erreichten Änderungen zustimmen."

Das Rentenpaket soll am Freitag vom Bundestag beschlossen werden. Es enthält die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren und die Zahlung einer Mütterrente auch für Mütter von Kindern, die vor dem Jahr 1992 geboren wurden. Außerdem sollen die Erwerbsminderungsrente und das Reha-Budget angehoben werden.

heb/AFP/dpa

insgesamt 101 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon-facebook-10000213077 19.05.2014
1. Rente mit 63
Ganz toll, mit 55 aus betrieblichen Gründen Arbeitslos geworden. 18 Monate Arbeitslosengeld + 40 Jahre Versicherungspflichtiger , dann Hartz 4 weil keine Aussicht auf Arbeit.Ich darf, muss dann wohl in Rente gehen. ZUR Belohnung mit 9,9% Abzüge minus 8,2 Versicherungsbeiträge. Danke an alle Parteien für die Tolle gerechte Reform!
mali123 19.05.2014
2. Flexi-Rente?
Flexi-Rente? Damit die junge Generation noch "mehr" zu tun hat? Ah ja, alles klar.
Holledauer 19.05.2014
3. In der Süddeutschen Zeitung gab's eine sehr aussagekräftige...
... Karikatur von Frau Nahles mit der Unterschrift: "Hi, Hi. Hi. bis ihr merkt, wie teuer euch das kommt, bin ich schon längst in Rente". Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen! Eine Frau, die noch nie einen normalen Beruf ausgeübt hat, wird Ministerin. Toll!!
klausbrause 19.05.2014
4.
Zitat von Holledauer... Karikatur von Frau Nahles mit der Unterschrift: "Hi, Hi. Hi. bis ihr merkt, wie teuer euch das kommt, bin ich schon längst in Rente". Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen! Eine Frau, die noch nie einen normalen Beruf ausgeübt hat, wird Ministerin. Toll!!
was wäre denn so ihrer meinung nach ein normaler Beruf?
patricka1 19.05.2014
5. Einzelschicksal
Zitat von spon-facebook-10000213077Ganz toll, mit 55 aus betrieblichen Gründen Arbeitslos geworden. 18 Monate Arbeitslosengeld + 40 Jahre Versicherungspflichtiger , dann Hartz 4 weil keine Aussicht auf Arbeit.Ich darf, muss dann wohl in Rente gehen. ZUR Belohnung mit 9,9% Abzüge minus 8,2 Versicherungsbeiträge. Danke an alle Parteien für die Tolle gerechte Reform!
So hart das auch sein mag! Dies ist ein Enzelschicksal und Sie können nicht erwarten, dass die Allgemeinheit dafür aufkommt Merkwürdigerweise finden genügend Rentner noch einen Job, warum also aufgeben? Lieber Ärmel hochkrempeln oder zählen Sie sich selbst zum Sondermüll der Gesellschaft? Dieser ganze Murks, den die Koalition jetzt veranstaltet hat schadet dem System ohnehin schon, es sollte bei der Rente mit 67 bleiben, ohne Ausnahme!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.