SPIEGEL-Umfrage Unionswähler unterstützen Spahn und Söder als Spitzenduo

Eine Mehrheit der Anhänger der Unionsparteien wünscht sich, dass Jens Spahn für den CDU-Vorsitz kandidiert - und nicht Armin Laschet. Und dann kommt noch der bayerische Ministerpräsident ins Spiel.
Unionspolitiker Spahn, Söder

Unionspolitiker Spahn, Söder

Foto: Peter Kneffel / picture alliance/dpa

Wenn es keine Überraschungskandidatin oder überraschende Wende mehr gibt, dann machen Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember die Vorsitzfrage unter sich aus.

Dabei haben viele Deutsche durchaus Sympathie für eine weitere Variante.

43 Prozent hätten lieber Gesundheitsminister Jens Spahn als Kandidaten für den CDU-Vorsitz statt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Laschet. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL.

Noch eindeutiger fällt das Ergebnis unter Anhängern der Unionsparteien aus: Mehr als die Hälfte plädiert für Spahn statt Laschet als Bewerber für den Vorsitz. Bei Anhängern anderer Parteien fällt insbesondere die hohe Zustimmung unter Grünen-Sympathisanten für solche eine Rochade auf.

Dabei hatte sich Spahn im März für eine Teamlösung mit Laschet entschieden - und beteuert seither stets, an der Aufgabenteilung festzuhalten

Besonders interessant die Sicht der Deutschen auf ein Unionsspitzenduo aus Jens Spahn als potenziellem CDU-Chef und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder als potenziellem Kanzlerkandidaten. Der bayerische Ministerpräsident liegt ja in Umfragen zur Kanzlerkandidatur ohnehin seit Langem klar in Führung.

In der neuen SPIEGEL-Umfrage favorisieren nun rund 42 Prozent der repräsentativ Befragten ein Spitzenduo Spahn-Söder, knapp 45 Prozent halten nicht viel von dem Team.

Wesentlich klarer ist das Resultat unter Anhängern von CDU und CSU: Gut zwei Drittel sehen die beiden als Team positiv. Hier fällt das Urteil unter den Grünenanhängern mit rund 38 Prozent verhaltener aus als bei der Frage nach dem Verzicht von Laschet.

Die gewachsene politische Beliebtheit von Spahn und Söder wirkt sich auch auf die SPIEGEL-Politikertreppe aus. Auf den Spitzenplätzen rangieren hinter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Platz eins) drei Entscheidungsträger, die in der Coronakrise an Statur gewonnen haben. Neben Kanzlerin Angela Merkel (Platz drei) sind dies eben Söder (Platz zwei) und Spahn (Platz vier). Der Gesundheitsminister legt im Vergleich zur April-Umfrage um vier Prozentpunkte zu und überholt SPD-Vizekanzler Olaf Scholz (55 zu 49 Prozent).

Diese Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar unter 1005 Befragten für den SPIEGEL bestätigt, dass das Wahlvolk derzeit vor allem jenen Spitzenpolitikern "eine wichtige Rolle" wünscht, die diese bereits innehaben - Regieren kann Ansehen verschaffen. Demgegenüber haben es die ämterlosen Bewerber um den CDU-Vorsitz, Merz (Platz elf) und Röttgen (Platz 16), schwer. Allerdings schneidet auch hier Armin Laschet ebenfalls nicht besser ab (Platz 13).

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.