Uno-Klimakonferenz USA wollen Ergebnis tolerieren

Die USA haben trotz Ablehnung des Kyoto-Protokolls ihre Bereitschaft signalisiert, das Verhandlungsergebnis der internationalen Gemeinschaft zum Klimaschutz nicht zu blockieren. Entscheidend ist aber, ob Japan bei einem angestrebten Gesamtkompromiss ohne Teilnahme der USA mitzieht.


Bonn - US-Präsident George W. Bush habe dies den EU-Staats- und Regierungschefs zugesagt, berichteten deutsche Regierungskreise in Bonn. Es würden zwar schwierige Verhandlungen, es gebe aber eine "reale Chance" für eine solche Übereinkunft in Bonn. Um das Kyoto-Abkommen rechtsverbindlich zu machen, müssen 55 Staaten das Protokoll ratifizieren, und dabei müssen 55 Prozent der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen erfasst sein. Das wäre ohne die USA möglich, wenn alle anderen großen Emittenten einschließlich Japan mitziehen. Trotz pessimistischer Meldungen glaubt die deutsche Seite noch an eine Chance dafür. Die Haltung Japans stehe noch nicht endgültig fest, hieß es in Bonn. Das Kabinett in Tokio berate am Dienstag darüber.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht nur noch geringe Chancen für einen erfolgreichen Ausgang der Bonner Konferenz. "Die Erfolgschancen schwinden, aber noch sind sie vorhanden. Es hängt alles stark von Japan ab", sagte der Klimaexperte und Umweltingenieur Karsten Smid. Bei der Konferenz soll das Kyoto-Protokoll verhandelt und möglicherweise ratifiziert werden.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.