Abkommen zur "Errungenschaft"machen EU-Bischöfe unterstützen Migrationspakt

Katholisch geprägte Länder wie Österreich oder Polen opponieren gegen den Uno-Migrationspakt. Nun haben Bischöfe in Europa für das Dokument geworben - für das "gemeinsame Wohl der Mitmenschlichkeit".
Flüchtlinge an einem baden-württembergischen Kloster 2014

Flüchtlinge an einem baden-württembergischen Kloster 2014

Foto: Felix Kästle/ dpa

Mit dem Migrationspakt will die Uno erstmals Grundsätze für den Umgang mit Flucht und Migration festlegen. Zwar hat der Bundestag dem Abkommen mittlerweile zugestimmt, doch die Kritik an dem Pakt hält an - in Deutschland und vielen weiteren Ländern.

Mit den katholischen Bischöfen innerhalb der EU hat sich nun eine weitere gesellschaftspolitische Gruppe für das Dokument ausgesprochen. Die Bischöfe in Europa haben von den Regierungen in der EU die Zustimmung zu dem Dokument verlangt, das auch in etlichen katholisch geprägten Ländern innerhalb der EU auf Widerstand stößt - allen voran Österreich und Polen.

Die Bischöfe forderten die EU-Staaten auf, "diesen Uno-Migrationspakt zu einer Errungenschaft für das gemeinsame Wohl der Mitmenschlichkeit zu machen". In Deutschland macht vor allem die AfD gegen den Pakt mobil.

Migration gestalten

In der Erklärung der katholischen Bischöfe verwies der Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU, der Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich, auch auf Mahnungen von Papst Franziskus. Der Papst habe ausdrücklich gefordert, "Migranten und Flüchtlinge in unseren Gesellschaften willkommen zu heißen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren".

Der Uno-Migrationspakt erkenne eine gemeinsame Verantwortung an, "um die Migration zum Nutzen aller beteiligten Menschen und Gesellschaften zu gestalten und zu regulieren". Ziel sei die Gewährleistung von Sicherheit und Schutz für Migranten wie auch für die aufnehmenden Gesellschaften, "indem legale Migrationswege gefördert werden, die Menschenhandel, tödliche Reisen, Zerstörung der Familie und Gewalt verhindern".

Der Uno-Migrationspakt

Der Uno-Migrationspakt soll bei einem Treffen am 10. und 11. Dezember in Marokko von der Staatengemeinschaft angenommen werden. Kanzlerin Angela Merkel kündigte an, zur Unterzeichnung reisen zu wollen.

apr/dpa