Uno-Sicherheitsrat Altkanzler Schmidt gegen ständigen deutschen Sitz

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist gegen das Streben der Bundesregierung nach einem ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat. Deutschland habe in der Weltpolitik keine Rolle zu spielen.


Helmut Schmidt: Forderung aus Geltungsbedürfnis
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Helmut Schmidt: Forderung aus Geltungsbedürfnis

Hamburg - In einem Vorabdruck seines Buches "Die Mächte der Zukunft" in der "Bild"-Zeitung schreibt Schmidt, Deutschland müsse sich zwar am Ausbau des Völkerrechts und der Institutionen der Vereinten Nationen beteiligen. Ein ständiger Sitz im Sicherheitsrat sei dafür allerdings nicht nötig.

Es liege nicht im Interesse Deutschlands, an jedweder weltweit bedeutenden Entscheidung über Krieg und Frieden beteiligt zu sein und sich für die Folgen verantworten zu müssen, schreibt Schmidt. Die Vorstellung einiger deutscher Politiker, Diplomaten und Beamten, Deutschland habe in der Weltpolitik eine Rolle zu spielen, sei abwegig.

Wenn deutsche Regierungen diese Forderung verfolgten, dann aus Geltungsbedürfnis, nicht aber als Konsequenz der gleichzeitig von ihnen proklamierten gemeinsamen Außenpolitik der EU.



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