Untersuchungsbericht zur "Gorch Fock" Ekelrituale nach Vorschrift

Segelschulschiff "Gorch Fock": Ermittler fanden kaum Anhaltspunkte für Dienstvergehen
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Segelschulschiff "Gorch Fock": Ermittler fanden kaum Anhaltspunkte für Dienstvergehen

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4. Teil: Die Karnevalsparty


Ähnlich formal geht es weiter. Bei der als geschmacklos kritisierten Karnevalsparty vier Tage nach dem tödlichen Unfall ergeht sich der Bericht in langen Erläuterungen von Dienstvorschriften, wie viel Alkohol an Bord getrunken werden dürfe und in welcher Form eine Genehmigung für eine solche Feier eingeholt werden müsse. Sie kommen zu dem Schluss, dass es eine solche Erlaubnis seitens der Schiffsführung nicht gegeben habe. "Die Kommission schließt daher aus, dass es sich um eine offizielle Karnevalsfeier der Besatzung der Gorch Fock gehandelt hat, von der die Schiffsführung wissen konnte". Fakt ist aber, dass ein Foto von dieser Party existiert, es ist in den Anlagen sogar abgebildet, ob es nun eine offiziell genehmigte Feier war oder nicht.

Das Fazit der Kommission ist ein anderes: Sie sei überzeugt, "dass die auf dem Foto abgebildete Situation an sich kein Dienstvergehen darstellt". Das allerdings war nicht der Vorwurf. Vielmehr hatten sich Segelschüler beschwert, eine solche Feier, die laut den Aussagen mit lautstarkem Singen von Karnevalsschlagern einherging, sei nach dem Tod der jungen Offiziersanwärterin geschmacklos gewesen und hätte deswegen von der Schiffsführung unterbunden werden müssen. In der Zusammenfassung taucht dies in dem Bericht nur noch verschleiert auf. Immerhin aber räumt die Kommission ein, dass die Feier "von dem einen oder anderen Beobachter als pietätlos empfunden werden" könnte.



insgesamt 129 Beiträge
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Venator14 15.03.2011
1. ...
Wäre Guttenberg nicht schon weg, müsste er spätestens jetzt zurücktreten. Wie offensichtlich er der Bild Zeitung das Verteidigungsministerium überlassen hat, war wirklich eine Schande. Wer keine Äquatortaufe erleben will, der sollte nicht zur See fahren.
R1181 15.03.2011
2. Drei!
Die Gorch Fock ist ein Dreimaster. Da sieht man mal, wie der Bericht der Marine die Fakten verdreht!
nichtWeich 15.03.2011
3. ....
Zitat von sysopUnfälle, sexuelle Belästigung, Suff, überharter Drill - auf dem Vorzeige-Segler "Gorch Fock" herrschten angeblich unerträgliche Zustände. Ermittler unter Führung des Marineamtes kommen jetzt zu dem*Ergebnis, es sei alles gar nicht so schlimm gewesen. Warum eigentlich? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750920,00.html
Der Spiegel weiss es wieder besser..... Selber hat der Spiegel sich an den Bild-Reporten hochgezogen und jetzt darf sich das Ermittlerteam nicht darauf berufen... Schade das hier nicht mit dem Auge des unbeteileigten Beobachters berichtet wird. Propaganda hurra......
ElOmda 15.03.2011
4. Allein die Tatsache...
das nur 4 Marinevertreter die Untersuchung führten. Das sie nur so wenig Zeit in Anspruch nahm und das man glaubt, in einer verschworenen Gemeinschaft ohne Probleme die Wahrheit finden zu können zeit wie ernst man das ganze nahem. Selbst die Staatsanwaltschaft die weisungsgebunden handelt wird kaum etwas finden können. Wie ihr Bericht zu recht feststellt. Ein Aufbrechen alter Rituale ist nicht erkennbar. Ja keine Rufschädigung. Eine Chance wurde vertan. P. S. Ich weiß wo von ich schreibe. Als ehemaliger Berufs - Offizier kenne ich solche Rituale und die Denkweisen die ihnen zu Grunde liegen ! Richtiger und notwendiger Drill fehlt - falscher wird überproportional zelebriert. Eine Wehrdienstzeit von unter 18 Monaten lässt kaum Spielraum für eine gute Ausbildung und Bildung von Teams die fähig wären, sich selbst zu schützen und ihre Aufträge ohne Verluste auszuführen. Danke für ihre gute Darstellung dieser durchaus mit Sprengstoff behafteten Affäre. Zur Suspendierung: Richtig betrachtet und angewendet kann eine Suspendierung durchaus Sinn machen: Man schützt Opfer und mögliche Täter. Verhindert Einflussnahme auf Ermittlungen. Man schützt die Unschuldigen vor Spießrutenlaufen und man kann in aller Ruhe die Ergebnisse abwarten. Insofern gehört in der Marine die Fürsorgepflicht gegenüber Untergebenen zu einer wichtigen Aufgabe.
gh7401 15.03.2011
5. Verantwortung
Nun werden auch noch die wenigen, die auf merkürdige Vorgänge hinwiesen diskriminiert. Als ich in den 60-er Jahren dabei war, wurde noch Aufrichtigkeit und Demokratie gelehrt.
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