Verteidigungsministerin von der Leyen Bundeswehr bildet Flüchtlinge aus

In einem Pilotprojekt will die Bundeswehr Flüchtlinge in der Armee beschäftigen - allerdings nicht an der Waffe. Die Fähigkeiten sollen ihnen laut der Verteidigungsministerin in ihrer Heimat nützen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen
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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen


Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will laut einem Medienbericht Flüchtlinge bei der Armee beschäftigen. "Die Bundeswehr ist dabei, in einem Pilotprojekt zunächst mehr als hundert Flüchtlinge in zivilen Fähigkeiten auszubilden", sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Es gehe um Handwerk, Technik, Medizin und Logistik. "Die Idee ist, dass sie eines Tages nach Syrien zurückgehen und beim Aufbau helfen."

Sollte es in dem Land wieder eine verantwortungsvolle Regierung geben, könne Deutschland auch die Ausbildung von Sicherheitskräften in dem Land unterstützen. Als Soldaten sollten Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr jedoch nicht eingesetzt werden.

Seit Gründung der Bundeswehr vor 61 Jahren dürfen nur deutsche Staatsangehörige Soldaten werden. Vor dem Hintergrund der Personalnot soll sich das nun ändern. Die Ministerin hatte vor Kurzem angekündigt, dass die Bundeswehr in bestimmten Fällen auch EU-Ausländer für den Dienst an der Waffe einsetzen will.

Damit war sie innerparteilich auf Widerstand gestoßen. Der Bundeswehrverband, die Interessenvertretung der Soldaten, kritisierte den Vorstoß ebenfalls: Die deutsche Staatsangehörigkeit sei elementar wegen des "besonderen gegenseitigen Treueverhältnisses von Staat und Soldat".

sun/Reuters

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