Nachfolge von Ursula von der Leyen Frau fürs Kabinett gesucht

Die CDU-Frauenquote für Ministerposten soll bleiben: Kanzlerin Merkel und Parteichefin Kramp-Karrenbauer wollen nach SPIEGEL-Informationen im Falle des Abschieds von Ursula von der Leyen eine Nachrückerin suchen.
Kramp-Karrenbauer, Merkel: Die Frauenquote gilt für die gesamte Legislaturperiode

Kramp-Karrenbauer, Merkel: Die Frauenquote gilt für die gesamte Legislaturperiode

Foto: Markus Schreiber/ AP

Angela Merkel ist bekannt dafür, Entscheidungen erst zu treffen, wenn sie anstehen. Noch also dürften weder sie noch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer viele Gedanken auf die Frage verschwendet haben, wer Ursula von der Leyen im Verteidigungsministerium nachfolgen soll.

Dafür ist noch zu ungewiss, ob die Ministerin am 16. Juli die nötigen Stimmen im EU-Parlament sammelt, um zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt zu werden.

Doch immerhin eine Sache steht bereits fest: Für von der Leyen müsste eine weitere CDU-Frau ins Bundeskabinett aufrücken. Nach SPIEGEL-Informationen sind sowohl Kanzlerin als auch CDU-Chefin entschlossen, an der Frauenquote von 50 Prozent für CDU-Ministerposten festzuhalten .

Merkel hatte diese Zielmarke bei der Regierungsbildung ausgegeben, und sie soll nach dem Willen der beiden Christdemokratinnen für die gesamte Legislaturperiode gelten.

Auch wenn mit von der Leyen eine CDU-Frau immerhin auf einen der mächtigsten Posten der Europäischen Union gelangen würde, ändere dies nichts am Geschlechterverhältnis in der deutschen Regierung, heißt es aus dem Kanzleramt wie aus der CDU-Parteizentrale. Das Brüsseler und Berliner Personal werde getrennt gezählt.

Damit würde nach einem Wahlerfolg von der Leyens im EU-Parlament wohl eine größere Kabinettsumbildung notwendig. Denn in der Union wird davon ausgegangen, dass im Verteidigungsministerium ein Mann auf von der Leyen folgen würde, da jede neue Frau sich an der Vorgängerin messen lassen müsste. So müsste in einem anderen Ressort eine Frau aufrücken. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat bereits ausgeschlossen, selbst ins Kabinett zu gehen.

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