Digitale Kriegsführung Von der Leyen baut neues Cyber-Kommando auf

Ministerin von der Leyen treibt die Aufrüstung der Bundeswehr im Cyberraum voran. Für das Konzept zur digitalen Kriegsführung soll nach SPIEGEL-Informationen ein Topmanager aus der freien Wirtschaft engagiert werden.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird in der kommenden Woche ihre Planungen für Cyberaktionen der Bundeswehr vorlegen. Dafür soll nach Informationen des SPIEGEL ein hochkarätiger Manager aus der freien Wirtschaft angeworben werden. Derzeit verhandelt das Ministerium mit dem ThyssenKrupp -Manager Klaus-Hardy Mühleck. Er soll ab dem 1. Oktober die neue Abteilung "Cyber- und Informationsraum" (CIR) im Verteidigungsministerium mit 130 Mitarbeitern leiten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Geplant ist eine weitreichende Umstrukturierung der Streitkräfte. Die bisher auf verschiedene Bereiche verstreuten IT- und Computerexperten, die Fachleute zur Abwehr von Cyberattacken sowie zur militärischen Aufklärung, werden in dem neuen Organisationsbereich zusammengezogen.

Insgesamt wird das Kommando CIR, das ab April 2017 ein Dreisternegeneral als Inspekteur von Bonn aus führen soll, aus 300 Mann bestehen und rund 13.500 Soldaten befehligen.

In einem internen Konzeptpapier werden dabei die internationalen Datennetze neben den klassischen Kriegsschauplätzen Land, Luft und See als "militärischer Operationsraum" definiert. Da der virtuelle Raum die "Konflikte der Zukunft maßgeblich bestimmen" werde, sei für die Bundeswehr ein "Fähigkeitszuwachs für Cyber-Operationen" zwingend geboten. Außerdem will von der Leyen die Netze der Bundeswehr durch regelmäßige Überprüfungen gegen Cyberangriffe sicherer machen und die Mitarbeiter durch "Hygiene-Check-ups" für mögliche Datenlecks sensibilisieren.

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