Neues Kabinett Von der Leyen wird Verteidigungsministerin

Es ist die Überraschung im schwarz-roten Kabinett: Ursula von der Leyen wird neue Verteidigungsministerin und beerbt damit Thomas de Maizière. Sie wird die erste Frau an der Spitze des Ressorts sein. Das Gesundheitsministerium geht an den CDU-Politiker Hermann Gröhe.
CDU-Politikerin Von der Leyen: Künftige Ministerin für Verteidigung

CDU-Politikerin Von der Leyen: Künftige Ministerin für Verteidigung

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Hamburg - Sie war als sogenannte Superministerin im Gespräch, sollte womöglich für die Gesundheits- und Rentenpolitik zuständig sein - doch nun kommt alles ganz anders. Ursula von der Leyen (CDU) soll in der neuen schwarz-roten Regierung das Amt der Verteidigungsministerin übernehmen und Thomas de Maizière (CDU) ersetzen. Die Entscheidung gilt als die große Überraschung im Posten-Poker der Großen Koalition.

Zuvor hatte es unter anderem auch geheißen, von der Leyen werde Innenministerin. Doch nun haben die Spekulationen nach SPIEGEL-Informationen ein Ende: Das Verteidigungsressort gilt als gesetzt.

Erstmals in ihrer Geschichte bekommt die Bundeswehr damit eine Frau als Chefin. De Maizière kehrt offenbar in sein früheres Amt als Bundesinnenminister zurück.

Das Gesundheitsressort geht nach SPIEGEL-Informationen an den CDU-Politiker Hermann Gröhe. Das berichten hochrangige CDU-Kreise.

Der zuvor diskutierte Wechsel von der Leyens in das Gesundheitsministerium war als Abwertung gedeutet worden, der Einfluss dort gilt als vergleichsweise gering. Von der Leyen wäre damit die Verliererin des Koalitionspokers gewesen. Als Verteidigungsministerin hingegen geht sie nun gestärkt in die neue Regierung.

Ihr wurde außerdem Interesse am Posten der Außenministerin nachgesagt, sie spricht Englisch und Französisch. Das Ressort wird aber an die SPD fallen und vom bisherigen Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier geleitet werden. In der schwarz-gelben Regierung war von der Leyen Arbeitsministerin.

Die frühere Familienministerin gilt als eine Art Multitalent der CDU: Vor der Wahl Christian Wulffs zum Bundespräsidenten im Jahr 2010 war sie für das höchste Staatsamt im Gespräch. Seit geraumer Zeit wird ihr nachgesagt, sie wolle sich als mögliche Nachfolgerin der Kanzlerin in Stellung bringen. Wiederholt hat sie Fragen allerdings mit der Antwort pariert, aus "ihrer Generation" heiße die Kanzlerin Angela Merkel.

han
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