Berateraffäre Von der Leyen weist Vorwürfe wegen Handy-Löschung zurück

Im Streit über gelöschte Handydaten sieht sich Ursula von der Leyen nicht in der Verantwortung. Spannendes hätte man auf ihrem Mobiltelefon ohnehin nicht gefunden, sagte die Ex-Verteidigungsministerin dem SPIEGEL.
Von der Leyen: "Die Frage, was mit den Handys passiert ist, müssen Sie dem Verteidigungsministerium stellen"

Von der Leyen: "Die Frage, was mit den Handys passiert ist, müssen Sie dem Verteidigungsministerium stellen"

Foto: BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die frühere Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich gegen Vorwürfe verwahrt, dem Untersuchungsausschuss entgingen in der Berateraffäre wegen der Löschung ihrer Handydaten wichtige Informationen.

"Ich habe beide Handys, die ich als Verteidigungsministerin verwendet habe, im Ministerium abgegeben. Die Frage, was mit ihnen passiert ist, müssen Sie dort stellen", sagte die heutige EU-Kommissionspräsidentin dem SPIEGEL. "Die Geräte gehören dem Ministerium und mussten deshalb auch dort abgegeben werden." Von der Löschung habe sie keine Kenntnis gehabt, sagte von der Leyen. "Das weiß ich auch nur aus der Zeitung. Ich bin seit 17. Juli nicht mehr im Verteidigungsministerium gewesen."

Von der Leyen betonte, dass dem Untersuchungsausschuss durch die Löschung keine wichtigen Informationen entgangen seien. "Meines Erachtens geht gar nichts verloren, denn SMS sind für die schnelle Kommunikation geeignet. Dokumente und Strategien aber werden in Bundesministerien woanders entwickelt und anders versandt", sagte die ehemalige Verteidigungsministerin.

Von der Leyen verwahrte sich zudem gegen Vorwürfe, das Verteidigungsministerium unterstütze die Aufklärungsarbeit des Parlaments nur schleppend. "Der Untersuchungsausschuss hat dafür vom Ministerium Hunderttausende Seiten Aktenmaterial erhalten und in zehn Monaten Dutzende Zeugen gehört", sagte von der Leyen. Es sei "selbstverständlich das Recht der Opposition, in alle Richtungen zu stochern und allerlei Mutmaßungen anzustellen". Am Ende aber zähle das Ergebnis.

kno/mbe/mp
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