Urteil Zehneinhalb Jahre Haft für Doerfert

Der frühere Caritas-Manager Hans-Joachim Doerfert muss für zehneinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Münchner Gericht verurteilte den 57-Jährigen wegen Bestechlichkeit.


Hans-Joachim Doerfert
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Hans-Joachim Doerfert

München - In die Münchner Gesamtstrafe wurde ein Urteil des Landgerichts Koblenz einbezogen, das Doerfert im Februar wegen Untreue in Millionenhöhe zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt hatte.

Gegen einen mitangeklagten Ex-Geschäftsführer des Immobilien- Fonds GmbH der Bayerischen Beamtenversicherung (BBVI) verhängte das Münchner Gericht wegen Untreue in 24 Fällen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Doerfert hatte in dem viermonatigen Prozess in München gestanden, bei der Vermittlung von Mietangeboten für vier Klinik- und Hotelprojekte, welche die BBVI erwerben wollte, rund 20 Millionen Mark Bestechungsgeld kassiert zu haben.

Dass die Angebote überhöht waren und der Caritas- Trägergesellschaft Trier (CTT) dadurch ein Schaden entstand, bestritt deren Ex-Chef. Nach Worten seiner Verteidiger habe Doerfert der Caritas aber "mehr genützt als jemals geschadet". Er habe in vielen Fällen Kliniken der Caritas aus den roten Zahlen gebracht. Zudem habe er mit einem großen Teil der Schmiergelder Sportvereine gesponsert.

Dem Angeklagten sei es nicht ausschließlich um seine persönliche Bereicherung gegangen, hatte auch der Staatsanwalt in seinem Plädoyer eingeräumt. Bei seinem Strafantrag hatte er strafmildernd "die ganz beachtliche Lebensleistung" des Angeklagten berücksichtigt.



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