US-Kongress Deutschland ist der drittgrößte Waffenlieferant

Die rot-grüne Bundesregierung hat im Januar beschlossen, die Gesetze für Rüstungsexporte zu verschärfen. Deutschland ist gegenwärtig nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt.


Eine mögliche Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Türkei stellte die rot-grüne Bundesregierung im Frühjahr auf die Probe
AP

Eine mögliche Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Türkei stellte die rot-grüne Bundesregierung im Frühjahr auf die Probe

Washington - Deutsche Waffenschmieden hätten im vergangenen Jahr Munition, Feuerwaffen und sonstiges Kriegsgerät im Wert von rund vier Milliarden Dollar ausgeführt, berichtet die "New York Times". Europa insgesamt komme auf einen Exportwert von 6,9 Milliarden Dollar, heißt es unter Berufung auf eine Untersuchung des US-Kongresses.

Die Bundesregierung will demnächst einen Rüstungsexportbericht vorlegen. Sie bestätigte aber schon, dass in der Zeit von Oktober 1998 bis März 2000 für 10,747 Milliarden Mark Waffen aus Deutschland ins Ausland verkauft worden seien.

Weltgrößter Waffenlieferant sind nach wie vor die USA. Von dort wurde 1999 für 11,8 Milliarden Dollar Kriegsgerät verkauft. Die Vereinigten Staaten lieferten allein in Entwicklungsländer für 8,1 Milliarden Dollar Rüstungsgüter. Zwar sind die Gesamtzahlen noch nicht wieder auf den Höhepunkt von 1991 gestiegen, doch sind sie in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. 1997 lagen sie bei 7,7 Milliarden Dollar und 1998 bei 1,3 Milliarden Dollar.

Die russischen Waffenexporte stiegen binnen eines Jahres von 2,6 auf 4,8 Milliarden Dollar. Wie in der Vergangenheit wurden zwei Drittel der Waffen auch 1999 wieder in Entwicklungsländer verkauft.



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