Trumps Pläne US-Regierung informiert Deutschland offiziell über Truppenabzug

Jetzt ist es offiziell: Washington hat sich erstmals gegenüber der Bundesregierung über den geplanten teilweisen Abzug der in Deutschland stationierten Soldaten geäußert.
US-Basis Ramstein in Rheinland-Pfalz

US-Basis Ramstein in Rheinland-Pfalz

Foto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shutterstock

Der SPIEGEL hatte bereits am Freitagabend darüber berichtet, nun hat auch die US-Regierung Deutschland offiziell über den Teilrückzug der US-Truppen unterrichtet. "Die Bundesregierung ist darüber informiert worden, dass es in der US-Administration Überlegungen gibt, die Präsenz der US-Streitkräfte in Deutschland zu reduzieren", sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. "Eine abschließende Entscheidung gibt es nach unserem Kenntnisstand aber nicht."

Demmers Worte deuteten darauf hin, dass die US-Regierung in dieser strategisch wichtigen Frage keine Konsultationen mit dem Verbündeten Deutschland sucht. Auf eine entsprechende Nachfrage wiederholte Demmer, dass die Bundesregierung lediglich "darüber informiert worden" sei. Noch am Montag hatte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gesagt, sie wisse lediglich aus den Medien über das angebliche Vorhaben der USA (lesen Sie hier einen Kommentar zu den Plänen).

US-Präsident Donald Trump plant, 9500 der rund 34.500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen (lesen Sie hier, wo sich die wichtigsten Basen befinden). In beiden Ländern waren diese Pläne massiv kritisiert worden. Das sei "ein kolossaler Fehler", sagte zum Beispiel US-General Ben Hodges, früherer Befehlhaber der US-Truppen in Europa, dem SPIEGEL. 

Der republikanische Präsident und der bisherige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, drohten bereits im vergangenen Jahr mit einem Abzug - auch mit Blick auf die deutschen Militärausgaben, die trotz Erhöhung noch weit unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.

Allerdings ist der deutsche Verteidigungsetat zuletzt kräftig gestiegen. Das Verteidigungsministerium arbeitet zudem an einer Ablösung der überalterten Tornado-Flotte - und will dabei teilweise auch für einen Milliardenbetrag US-Kampfflugzeuge beschaffen.

als/AFP
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