US-Vizepräsident Cheney soll Ermittlungen vertuscht haben

Schwere Vorwürfe gegen den scheidenden US-Vizepräsidenten: Dick Cheney soll Ermittlungen zu Häftlingsmisshandlungen unterbunden zu haben. Der Republikaner wollte zu den Anschuldigungen zunächst keine Stellung nehmen.


Washington - Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Texas wirft Vizepräsident Dick Cheney eine Mitverantwortung an der Misshandlung von Gefangenen in privaten Haftanstalten vor. In einem dreiseitigen Dokument, das am Dienstag vorgelegt wurde, wird Cheney beschuldigt, die Ermittlungen zur Aufklärung der Misshandlungen unterbunden zu haben.

US-Vizepräsident Cheney wird beschuldigt, Ermittlungen unterbunden zu haben
AFP

US-Vizepräsident Cheney wird beschuldigt, Ermittlungen unterbunden zu haben

Darüber hinaus habe er 85 Millionen Dollar in Unternehmen angelegt, die Profite aus dem Betreiben von privaten Gefängnissen zögen. Hier liege eine "Interessenverquickung" vor, weil Cheney die Vergabe von Verträgen der Bundesverwaltung mit privaten Haftanstalten direkt beeinflussen könne.

Cheneys Sprecherin Megan Mitchell wollte zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen. Sie begründete dies damit, dass der Vizepräsident das Dokument bislang noch nicht erhalten habe.

Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf das privat betriebene Gefängnis in Willacy County. Der frühere Justizminister Alberto Gonzales soll Untersuchungen zur Aufdeckung der Missstände in diesem Gefängnis blockiert haben.

Ein Sprecher von Gonzales sagte, die Anklage sei "offensichtlich falsch". Er hoffe darauf, dass die Verantwortlichen in Texas Schritte unternehmen würden, um den "Missbrauch des Justizsystems" zu stoppen.

cte/AFP/AP/Reuters



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