SPIEGEL-Umfrage Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis für Trumps Zweifel am Wahlergebnis

US-Präsident Trump will seine Niederlage gegen Joe Biden nicht anerkennen und vor Gericht ziehen. Viele Unterstützer hat dieses Vorgehen in Deutschland nicht – mit Ausnahme der Anhänger einer Partei.
US-Präsident Donald Trump in der Wahlnacht: Sich schon zum Sieger erklärt, als die Auszählung noch lief

US-Präsident Donald Trump in der Wahlnacht: Sich schon zum Sieger erklärt, als die Auszählung noch lief

Foto: MANDEL NGAN / AFP

Schon vor der US-Präsidentschaftswahl hatte Donald Trump es für den Fall einer Niederlage gegen Joe Biden angekündigt – nun folgt er diesem Skript: Trump will das Votum der Bevölkerung nicht anerkennen. Seit Tagen verbreitet er, es habe Wahlbetrug gegeben, ohne dafür Belege zu bringen. Zudem geht er juristisch in einzelnen Bundesstaaten gegen das Wahlergebnis vor, bislang erfolglos.

In Deutschland hält eine große Mehrheit nichts von Trumps Vorgehen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL. Demnach stimmten knapp 80 Prozent "nicht" oder "eher nicht" der Frage zu, ob sie Verständnis dafür haben, dass Trump die Wahl in einzelnen Staaten anzweifelt und vor Gericht ziehen will.

Deutliche Unterschiede gibt es allerdings, wenn die Umfragedaten nach Wahlabsichten aufgeschlüsselt werden.

So haben zwei Drittel der AfD-Anhängerinnen und -Anhänger Verständnis für Trump. Zwar deutlich geringer, aber noch immer vergleichsweise hoch ist auch die Zustimmung bei der FDP (rund 24 Prozent) und den Linken (etwa 17 Prozent). Am geringsten fällt der Zustimmungswert bei Unterstützern von Grünen und SPD aus.

Ebenfalls aufschlussreich ist der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen. Bei den Jüngeren ist die Zustimmung zu Trumps Vorgehen größer als bei den Älteren: Während die über 65-Jährigen zu fast 90 Prozent kein Verständnis aufbringen, halten es 25 Prozent der 30- bis 49-Jährigen für richtig. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Wert zwar etwas geringer, aber noch immer stimmt etwa jeder Fünfte zu.

Unterschiede nach Geschlechtern ließen sich dagegen übrigens kaum feststellen. Frauen und Männer sind sich in der Bewertung von Trumps Vorgehen recht einig. Der US-Präsident hatte in der Wahlnacht bereits den Sieg für sich reklamiert, obwohl die Auszählung der Stimmen in vielen Bundesstaaten noch in vollem Gang war.

Bereits vor der Wahl hatte Trump versucht, die Briefwahl als besonders manipulationsanfällig darzustellen. Auch für diese Behauptung gibt es keine Belege. Wegen der Corona-Pandemie hatten viele US-Bürgerinnen und -Bürger per Briefwahl abgestimmt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.