Kanzlerin gratuliert Wahlsieger Merkel verspricht den USA "stärkere eigene Anstrengung"

Bundeskanzlerin Merkel hat dem designierten US-Präsidenten Joe Biden und der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris zum Wahlsieg gratuliert. Den Namen Donald Trump erwähnte sie mit keinem Wort.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Foto: Florian Gaertner / photothek / imago images

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem designierten US-Präsidenten Joe Biden und der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris zum Wahlsieg gratuliert. Sie erinnere sich an "gute Gespräche" mit Biden, er bringe Jahrzehnte an politischer Erfahrung mit, sagte Merkel in Berlin. Besonders freue sie sich aber, nun auch Harris kennenzulernen. Als erste Frau im Amt und Kind zweier Einwanderer sei sie "für viele Menschen in den USA eine Inspiration".

Biden und Harris hätten in einer schwierigen Zeit große Verantwortung von den Wählerinnen und Wählern übertragen bekommen, so Merkel weiter. Auch Deutschland müsse sich mehr anstrengen, beide Nationen "müssen zusammenstehen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern". Merkel nannte unter anderem die Corona-Pandemie, die Erderwärmung und den Kampf gegen Terrorismus. Den Namen Donald Trump erwähnte sie mit keinem Wort.

Der Demokrat Joe Biden hatte nach Berechnungen der großen US-Fernsehsender vom Wochenende die Präsidentschaftswahl gewonnen. Kamala Harris wurde als erste Frau, erste Schwarze und erste Amerikanerin mit indischen Wurzeln in das Amt der US-Vizepräsidentin gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Donald Trump will sich mit der Niederlage nicht abfinden und hat Anwälte eingeschaltet. Das deutsch-amerikanische Verhältnis hatte sich unter seiner Amtszeit abgekühlt.

Merkels Glückwünsche waren nun auch ein Versuch, diese Beziehung neu zu beleben. Die USA seien Deutschland immer ein starker Partner gewesen, dürfen aber "zu Recht stärkere eigene Anstrengung erwarten". Die deutsch-amerikanische Freundschaft bezeichnete Merkel als "gemeinsamen Schatz", an dem weiter gearbeitet werden müsse.

Die Bundeskanzlerin nutzte den Termin zudem, um an die beiden deutschen Jahrestage zum 9. November zu erinnern. Die Pogrome gegen jüdische Mitmenschen 1938 und die Öffnung der Berliner Mauer seien "das Schlimmste und das Beste in unserer Geschichte".

mrc
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