USA-Besuch Fischer zeigt Verständnis für Irak-Angriff

Beim Besuch in den USA hat Bundesaußenminister Fischer die Gründe für die amerikanischen Luftangriffe auf den Irak gebilligt. Während sich grüne Parteifreunde über die Äußerungen zu der umstrittenen Militäraktion ärgern dürften, klatscht die Opposition Beifall.


Joschka Fischer: Keine Kritik an US-Luftangriffen
REUTERS

Joschka Fischer: Keine Kritik an US-Luftangriffen

Berlin/Washington - Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Rühe begrüßte die Haltung des Grünen-Politikers. "Das war hohe Zeit, dass die Bundesregierung in Form von Außenminister Joschka Fischer Verständnis für das amerikanische Vorgehen geäußert hat. Das war ja peinlich, wie man hier tagelang hin und her laviert hat."

Fischer hatte sich bei ersten Gesprächen mit der neuen US-Regierung der Kritik vieler anderer Länder am jüngsten Angriff im Irak nicht angeschlossen. Dies stehe ihm nicht zu, sagte er. Fischer unterstrich, dass er die Gründe für den Einsatz von US-Kampfflugzeugen billige. Saddam Hussein müssten die Mittel entzogen werden, den Frieden zu bedrohen. Gleichzeitig betonte der Minister, er begrüße die Bemühungen der USA um eine politische Lösung.

Auf dem Programm des Besuches standen Gespräche mit dem neuen US-Außenminister Colin Powell und der Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Man sei "ohne viel Small Talk direkt zur Sache gekommen", hieß es aus Delegationskreisen.

Fischer beschrieb die Diskussionen mit Powell über die Pläne zum Aufbau einer nationalen Raketenabwehr als "sehr gut". In Deutschland setze man weiter auf Kooperation. Der US-Minister sicherte erneut Konsultationen mit den Verbündeten, aber auch mit Russland und China zu.

Zum Abschluss seiner Visite trifft Fischer mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Zoellick zusammen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.