Wikileaks-Dokumente Frankfurter Generalkonsulat versorgt US-Botschaften mit Geräten aller Art

Das US-Generalkonsulat in Frankfurt beschafft nach Informationen des SPIEGEL alles, was Amerikas Botschaften und Konsulate weltweit so gebrauchen können. Darunter Bewegungsmelder, Überwachungskameras, Busse.

US-Generalkonsulat in Frankfurt
DPA

US-Generalkonsulat in Frankfurt


Das Generalkonsulat der USA in Frankfurt am Main hat einen Aktionsradius, der weit über Deutschland und Europa hinausgeht. Laut Dokumenten, die WikiLeaks veröffentlicht, versorgen die Mitarbeiter des "Regional Procurement Support Office", des Regionalen Beschaffungsbüros, von Frankfurt aus US-Botschaften und Konsulate in Mosambik, dem Irak, China und anderen Ländern mit Gerätschaften verschiedenster Art.

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Heft 52/2018
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Im Frankfurter US-Generalkonsulat arbeiten rund 900 Menschen, von denen sich nur ein kleiner Teil mit Passangelegenheiten und anderen konsularischen Aufgaben beschäftigt. Für den Geheimdienst CIA zum Beispiel sind in dem ehemaligen Militärkrankenhaus IT-Spezialisten tätig, die gezielte Angriffe gegen Rechner von Verdächtigen ausführen.

Die Frankfurter Beschaffer - so zeigen die Dokumente - schrieben beispielsweise für die US-Botschaft in der armenischen Hauptstadt Eriwan ein Gerät zur Analyse von Mobiltelefonen und deren Daten aus. Damit sollten unter anderem gelöschte Daten wiedergewonnen und Passwörter geknackt werden. Die US-Botschaft in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, sollte einen Bewegungsmelder bekommen, der auch für Grenzgebiete geeignet ist; die Botschaft in Pristina im Kosovo Überwachungskameras.

Aber die Frankfurter Einkäufer besorgten nicht nur Spionagegeräte aller Art, sondern auch Autos für US-Drogenfahnder in Albanien oder Busse für die Botschaft in Bagdad. Die Beschaffung für US-Diplomaten in Deutschland wirkt dagegen ziemlich zivil.

Mitarbeiter im Frankfurter Generalkonsulat suchten unter anderem eine Firma, die in Berlin, Kleinmachnow und Teltow 100 Funkalarmanlagen einbaut. Oder eine Firma, die in der Residenz des US-Botschafters in Berlin tätig werden könnte - um die drei Badezimmer zu renovieren.

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