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17. Mai 2008, 16:01 Uhr

Verbale Attacke

Wagenknecht verteidigt Chávez' Schimpftirade gegen Merkel

Schulterschluss linksaußen: Hugo Chávez hat Bundeskanzlerin Merkel in die Nähe von Hitler gerückt - die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht hat Verständnis für die Äußerungen des venezolanischen Präsidenten. Chávez' Aussagen seien historisch korrekt.

Berlin - Die Sprecherin der Kommunistischen Plattform innerhalb der Linken, Sahra Wagenknecht, kann nicht Falsches an den verbalen Angriffen des venezolanischen Präsidenten auf Bundeskanzlerin Merkel erkennen: "Das, was Chávez gesagt hat, ist historisch korrekt", sagte Wagenknecht der "Welt am Sonntag".

Linken-Politikerin Wagenknecht: "Historisch korrekt"
DDP

Linken-Politikerin Wagenknecht: "Historisch korrekt"

Der venezolanische Präsident habe nicht behauptet, dass Merkel eine "Wiedergängerin" von Adolf Hitler sei. Er habe vielmehr erklärt, "dass die Partei, in der Angela Merkel wirkt, aus einer Partei hervorgegangen ist, die seinerzeit mit den Nazis zumindest indirekt kooperiert hat", so Wagenknecht.

Chávez hatte wenige Tage vor dem inzwischen beendeten EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru gesagt, Bundeskanzlerin Merkel gehöre der politischen Rechten an, "der selben Rechten, die Hitler, die den Faschismus unterstützt hat". Der für seine verbalen Ausfälle bekannte Ex-Oberstleutnant hatte sich an der Aussage der Bundeskanzlerin gestört, dass Chávez nicht für Lateinamerika insgesamt spreche.

Zudem hatte Chávez Merkel ermahnt, sich wie eine Staatsfrau zu benehmen. Weiter klagte der Linksnationalist, die Kanzlerin bewerfe ihn grundlos "mit Steinen".

Merkel reagierte danach betont gelassen. Die Ausführungen von Chávez sprächen für sich selbst, sagte ein Regierungssprecher.

Inzwischen hat sich der venezolanische Präsident für seine Angriffe entschuldigt. Nach einem Treffen mit Merkel sagte Chávez laut der peruanischen Nachrichtenagentur Andina und Caracas Television: "Ich habe ihr gesagt, dass es mir leid tut, wenn ich hart war. Ich bin nicht hierher gekommen, um mich zu streiten."

anr/dpa/AP

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