Verdacht auf Spendenbetrug Bundesweite Razzia gegen Milli Görüs

Razzia bei der größten islamischen Organisation Deutschlands: Bundesweit sind Dutzende Büros von Milli Görüs gefilzt worden. Es bestehe der Verdacht auf Spendenbetrug, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Razzia bei Milli Görüs (Archivbild von 2008): Bundesweit 26 Büros durchsucht
dpa

Razzia bei Milli Görüs (Archivbild von 2008): Bundesweit 26 Büros durchsucht


Köln - Polizei und Zoll haben am Mittwoch 26 Büros der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e.V. (IGMG) durchsucht. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wird gegen Verantwortliche des Vereins wegen Verdachts des Spendenbetruges und des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt ermittelt. Die Durchsuchungen betrafen zwölf Büros in Nordrhein-Westfalen sowie 14 weitere im übrigen Bundesgebiet, darunter in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München.

Funktionäre von Milli Görüs sollen im größeren Umfang Spendengelder ihrer Mitglieder zweckwidrig verwendet und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung den Sozialkassen vorenthalten haben. Bei den Durchsuchungen sicherten die Beamten den Angaben zufolge umfangreiches Beweismaterial, das nun ausgewertet wird.

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V. wurde 1985 in Köln gegründet und ist mit einer geschätzten Mitgliederzahl von 27.000 die größte islamische Organisation in Deutschland. Nach eigenen Angaben hat sie europaweit etwa 87.000 Mitglieder und eine Gemeindegröße von rund 300.000 Personen. Zu ihr gehören in Deutschland mehr als 300 Moschee- und Kulturvereine. Die Organisation wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet.

amz/dpa/AFP



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