Rechtes "Flügel"-Netzwerk Verfassungsschutz-Chef sieht AfD-Rechtsaußen "immer extremistischer"

Seit Januar führt der Verfassungsschutz das rechte "Flügel"-Netzwerk der AfD als "Verdachtsfall". Behördenchef Haldenwang sagt nun im SPIEGEL: "Wir sehen nichts, was uns von dieser Einschätzung abbringen würde."
Verfassungsschutzpräsident Haldenwang: "Nicht erkennbar, dass er sich von seiner Vergangenheit distanziert hat"

Verfassungsschutzpräsident Haldenwang: "Nicht erkennbar, dass er sich von seiner Vergangenheit distanziert hat"

Foto: Carsten Koall/ DPA

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sieht das völkisch-nationalistische "Flügel"-Netzwerk der AfD auf immer deutlicherem Kurs in Richtung Extremismus. Vor mehreren Monaten hatte seine Behörde die Strömung der Partei bereits zum "Verdachtsfall" erklärt.

Nun sagt Haldenwang im Interview mit dem SPIEGEL: "Wir sehen nichts, was uns von dieser Einschätzung abbringen würde, im Gegenteil: Der 'Flügel' wird immer extremistischer."

  • Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Thomas Haldenwang 
  • Zum prominentesten Politiker des "Flügel", dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, wollte der Verfassungsschutzchef sich wegen der bevorstehenden Landtagswahl nicht äußern. Dafür findet er klare Worte über den führenden "Flügel"-Vertreter Andreas Kalbitz aus Brandenburg, der einst Kontakte zu rechtsextremen Gruppen wie der "Heimattreuen Deutschen Jugend" hatte. "Für mich ist nicht erkennbar, dass er sich von seiner Vergangenheit distanziert hat", sagt Haldenwang.

    Haldenwang kündigte an, die sogenannte Neue Rechte stärker ins Visier nehmen zu wollen. Vordergründig distanziere diese sich von Gewalt, "aber sie befördert die Verschwörungstheorie der '›Umvolkung‹' und vermittelt das Gefühl, dass etwas geschehen muss, um solche vermeintlichen Entwicklungen zu stoppen". Das sei der "geistige Nährboden" für Taten wie den Anschlag von Halle.