Verfassungsschutz in der Nachkriegszeit Abladeplatz für Querulanten

Unklare Aufgabenbeschreibung, schwache Leitung, inkompetentes Personal - so beschreiben Historiker das Bundesamt für Verfassungsschutz in der Nachkriegszeit. In der Spionageabwehr tummelten sich Altnazis.
Bundesamt für Verfassungsschutz: Chaos zu Beginn

Bundesamt für Verfassungsschutz: Chaos zu Beginn

Foto: Oliver Berg/ dpa

Hamburg - Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) war in den Gründerjahren zeitweise eine unproduktive Chaostruppe. Erfolge erzielte nur die Spionageabwehr – und die war durchsetzt von Altnazis. Das ist das Ergebnis einer Historikerkommission, die im Auftrag des Inlandsgeheimdienstes die NS-Belastung des BfV in den Jahren bis 1975 untersucht. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Den Wissenschaftlern zufolge hatte das 1950 gegründete BfV keine klare Aufgabenbeschreibung, eine schwache Leitung und inkompetentes Personal. Der Geheimdienst sei von anderen Behörden als "Abladeplatz für abgehalfterte Mitarbeiter und Querulanten" genutzt worden, urteilt Kommissionsmitglied Michael Wala. Den späteren BfV-Chef Günther Nollau bezeichnet Wala als "ambitionierten Dilettanten".

Immerhin fanden die Historiker überraschend wenige NS-Belastete. Bei der Spionageabwehr stießen sie allerdings auf knapp zwei Dutzend ehemalige SS-, SD- und Gestapo-Angehörige, die als "freie Mitarbeiter" angestellt waren. Ausgerechnet diese Abteilung galt in der Öffentlichkeit als besonders erfolgreich. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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