Vergeltungsschlag Deutschland erfüllt alle Wünsche


Berlin - Die Bundesregierung wird sämtliche Wünsche der USA zur militärischen Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus erfüllen. Bundeskanzler Gerhard Schröder und der spanische Premierminister José María Aznar kündigten nach einem Gipfeltreffen in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) an, den von den Amerikanern an die Nato gestellten Forderungen "im vollen Umfang" nachzukommen. Für Deutschland bedeutet dies laut Schröder: Luftraumüberwachung, Schutz von US-Einrichtungen, uneingeschränkte Überflugrechte und der Austausch von Geheimdienstinformationen.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hält einen baldigen Einsatz der Bundeswehr für möglich. Es könne schnellen Handlungsbedarf für Bundeswehrsoldaten an Bord von Nato-Schiffen oder Aufklärungsflugzeugen (Awacs) geben. Bei der Heimatbasis der Awacs-Maschinen in Geilenkirchen nahe Aachen lag bis zum Abend kein Auftrag vor. Scharping sagte in der "Bild"-Zeitung einen langfristigen Kampf voraus: "Wir dürfen nicht allein auf Afghanistan schauen, das jetzt zu Recht im Mittelpunkt steht."

Experten aus Politik und Wissenschaft rechnen damit, dass die deutsche Hilfe überwiegend auf Logistik und Aufklärung beschränkt bleibt und aktive Operationen vor allem von Briten und Amerikanern übernommen werden.



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