Verlierer des Sparpakets Deutsche Bahn

Deutsche Bahn: Der Staatskonzern muss künftig eine Dividende zahlen

Deutsche Bahn: Der Staatskonzern muss künftig eine Dividende zahlen

Foto: Z1032 Arno Burgi/ dpa

Bei der Deutschen Bahn gab man sich am Montag höchst diplomatisch. Dass der Staatskonzern ab dem kommenden Jahr eine jährliche Dividende in Höhe von 500 Millionen Euro an den Bund zahlen soll, sei eine Entscheidung des Eigentümers, die der erfreulichen Ergebnislage entspreche und die das Unternehmen natürlich respektiere.

In der Tat: Dass die Bundesregierung zur Rettung ihres klammen Haushalts auch auf die Gewinne eines Unternehmens zurückgreifen möchte, das sich vollständig im Besitz des Staates befindet, ist nichts Ungewöhnliches. Zumal die Bahn in den vergangenen Jahren ihre Rentabilität deutlich gesteigert hat und sogar im allgemeinen Krisenjahr 2009 noch einen Gewinn von 830 Millionen Euro erzielte.

Finanzielle Mittel, die der Konzern von seiner Zentrale am Potsdamer Platz an das Finanzministerium ein paar hundert Meter weiter überweisen kann, sind also da. Nur hat die ganze Sache einen Haken: Das Geld, das die Sorgen der Regierung reduziert, erhöht den Druck beim Logistikkonzern. Nicht nur, weil die Bahn bislang noch nie einen Cent ihrer Gewinne an den Bund abliefern musste. Sondern vor allem, weil Firmen ihre Gewinne eben nur für Investitionen, Schuldenabbau oder eben zur Ausschüttung an die Aktionäre nutzen können.

Entsprechend werden die 500 Millionen Euro an anderen Stellen fehlen. Und dort könnte Bahn-Chef Rüdiger Grube sie gut gebrauchen. Immerhin hat die Deutsche Bahn 15 Milliarden Euro Schulden und verfolgt gerade mit der geplanten Übernahme des britischen Konkurrenten Arriva die größte und teuerste Akquisition der Firmengeschichte.

Hinzu kommt: Bis 2014 will das Unternehmen rund 40 Milliarden Euro in die Infrastruktur, neue Fahrzeuge und die Modernisierung von Bahnhöfen investieren - also den Bereich, den Grube gerne als das Brot-und-Butter-Geschäft bezeichnet, und den der Bund zudem mit Milliardenzuschüssen mitfinanziert. Schon jetzt sind viele Projekte etwa zum Ausbau des Netzes im Verzug, nur zum Teil oder gar nicht finanziert.

Künftig wird die Bahn also aller Voraussicht nach bescheidener und langfristiger planen müssen.

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