Versuchte Atomkäufe Bundesregierung wies iranischen Diplomaten aus

Erstmals seit vielen Jahren hat die Bundesregierung einen iranischen Diplomaten ausgewiesen. Der Mann hatte versucht, in Deutschland Komponenten für das umstrittene Atomprogramm zu beschaffen.


Der Diplomat wurde nach SPIEGEL-Informationen schon im Juli des Landes verwiesen. Erst jetzt wurde der Vorfall aber bekannt. Der Konsulats-Attaché Mohraramali D. hatte Kontakt zu einem bayerischen Spezialunternehmen aufgenommen – vermutlich, um ein Bauteil zur Systemsteuerung zu kaufen, das auch bei der Urananreicherung benötigt wird. Der Einkaufs-Versuch belastet das deutsch-iranische Verhältnis.

Teheran hatte im April 2006 die Urananreicherung in Natans wieder aufgenommen, nach einer Analyse der amerikanischen Geheimdienste soll der militärische Teil des Nuklearprogramms aber 2003 eingestellt worden sein. Die Bundesregierung geht allerdings davon aus, dass Iran sich "weiterhin intensiv um die Beschaffung von Gütern und Technologie für militärische Anwendungen aller Art aus westlichen Industriestaaten" bemühe – so heißt es in einem aktuellen Warnschreiben.



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