Plan für 2020 Deutschland will mehr als 50 Milliarden Euro für Verteidigung ausgeben

US-Präsident Donald Trump kritisiert Deutschland immer wieder für zu geringe Verteidigungsausgaben. Unter Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer könnten die Ausgaben im kommenden Jahr ein Rekordniveau erreichen.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Auf Truppenbesuch in Celle
Fabian Bimmer/REUTERS

Annegret Kramp-Karrenbauer: Auf Truppenbesuch in Celle


Im kommenden Jahr wird die Bundesrepublik der Nato voraussichtlich erstmals Verteidigungsausgaben in Höhe von mehr als 50 Milliarden Euro melden. Für 2020 werde mit für das Bündnis relevanten Investitionen und Kosten in Höhe von 50,36 Milliarden Euro gerechnet, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Nato-Kreisen in Brüssel. Aus Militärkreisen in Berlin wurde das bestätigt.

Der Betrag von 50,36 Milliarden Euro entspricht einer Steigerung von etwa 6,4 Prozent im Vergleich zu den Ausgaben in Höhe von 47,32 Milliarden Euro, die zuletzt für das laufende Jahr angenommen wurden. Im Mai noch waren für 2020 Ausgaben von unter 50 Milliarden Euro veranschlagt worden.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich seit Amtsantritt mehrfach zu deutlich höheren Verteidigungsausgaben bekannt, auf die vor allem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump drängt. Bis 2024 wolle Deutschland Verteidigungsausgaben in Höhe von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen, bis 2031 dann das Zweiprozentziel der Nato, hatte sie vergangene Woche erklärt.

So werden die Verteidigungsausgaben bei der Nato berechnet

Zu den Verteidigungsausgaben gemäß Nato-Definition gehören neben den Mitteln aus dem eigentlichen Verteidigungshaushalt auch Ausgaben für friedensstiftende und -erhaltende Maßnahmen aus dem Budget des Auswärtigen Amtes und einige andere Posten.

In der Vergangenheit wurden zum Beispiel auch Kosten für den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte auf deutschem Boden oder Abrüstungsprojekte genannt. Die Nato-Zahlen sind deswegen höher als der Betrag, mit dem meist in der innenpolitischen Debatte gearbeitet wird.

asc/dpa



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