Pläne von Verteidigungsministerium Militärrabbiner sollen Bundeswehr unterstützen

Militärrabbiner sollen bald in deutschen Streitkräften Dienst tun. Geplant ist auch die Einstellung muslimischer Seelsorger.

Soldaten des Wachbataillons der Bundeswehr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin
DPA

Soldaten des Wachbataillons der Bundeswehr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin


Um der "gewachsenen Vielfalt" in den Reihen der Soldaten Rechnung zu tragen, wird die Bundeswehr Militärrabbiner einführen. Dazu solle ein Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden ausgehandelt werden, teilte das Verteidigungsministerium mit. "Überall in Deutschland blüht wieder jüdisches Leben. Das ist ein großes Geschenk", erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Es erfülle sie mit Dankbarkeit, dass Frauen und Männer jüdischen Glaubens in der Bundeswehr dienen.

Geplant sei auch die Einstellung muslimischer Seelsorger. Jeder Soldat habe den Anspruch auf "ungestörte Religionsausübung und Seelsorge", sagte die Ministerin. Dies gelte selbstverständlich auch für jüdische und muslimische Soldaten.

Die großen christlichen Kirchen stellen schon seit Jahrzehnten Militärseelsorger für die Bundeswehr. Dies ist in einem Staatsvertrag mit den Kirchen geregelt. Der Zentralrat der Juden solle künftig die Kandidaten für die Militärseelsorge vorschlagen, die Auswahl solle letztlich die Bundeswehr treffen, erklärte das Verteidigungsministerium. Die Zahl solle im niedrigen einstelligen Bereich liegen.

"Beitrag zur ethischen Ausbildung"

Bei Einführung der Militärseelsorge Ende der Fünfzigerjahre gehörten nach Ministeriumsangaben rund 98 Prozent der Soldaten einer christlichen Kirche an. Heute sei es nur noch etwa die Hälfte - in der Bundeswehr gebe es derzeit schätzungsweise 53.000 Protestanten und 41.000 Katholiken; die Soldaten sind allerdings nicht zur Angabe ihrer Konfession verpflichtet.

Das Ministerium schätzt die Zahl der jüdischen Soldaten auf etwa 300 und jene der muslimischen auf rund 3000.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Zusage des Verteidigungsministeriums. "Die Berufung von Militärrabbinern ist ein Zeichen für das gewachsene Vertrauensverhältnis der jüdischen Gemeinschaft in die Bundeswehr als Teil unserer demokratischen Gesellschaft", erklärte Zentralrats-Präsident Josef Schuster. "Mit jüdischer Militärseelsorge wollen wir unseren Beitrag zur ethischen Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten leisten."

vks/dpa/AFP



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