Corona-Regeln missachtet Verteidigungsministerium entschuldigt sich für Gedränge bei Pressetermin

Millionen Masken aus China wurden geliefert - doch beim Pressetermin dazu trugen zu wenige den Mund-Nasen-Schutz: Das Verteidigungsministerium hat sich nach einem Termin reumütig gezeigt, bei dem es zu Gedränge gekommen war.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin, steht auf dem Flughafen Leipzig/Halle

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin, steht auf dem Flughafen Leipzig/Halle

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

"Muss wohl noch bei uns allen richtig eingeübt werden": Nach Kritik am Gedränge bei einem Pressetermin zu einer Maskenlieferung in der Coronakrise in Leipzig hat sich das Verteidigungsministerium entschuldigt. "Leider haben sich heute in Leipzig nicht alle an die Regeln gehalten. Das bedauern wir sehr und überprüfen auch unsere eigene Organisation", hieß es in einem Tweet des Ministeriums nach dem Termin am Montag.

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Zahlreiche Journalisten, Bundeswehrsoldaten sowie Mitarbeiter des Ministeriums standen bei der Ankunft einer Lieferung von 10,3 Millionen Schutzmasken aus China am Flughafen Leipzig/Halle dicht gedrängt. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gab eng umringt von Journalisten ein Statement ab. Einige trugen keine Schutzmasken.

Im Internet sorgte dies für spöttische Kommentare. Die Maskenpflicht gelte offensichtlich nicht für Politiker und Journalisten, "da sie stets steril husten". Vielleicht reiche es auch, "wenn man sich in räumlicher Nähe einer Maske befindet", schrieb eine Ärztin bei Twitter. Auch war von einer "Corona-Party" die Rede.

Erst vor wenigen Wochen war Gesundheitsminister Jens Spahn in die Kritik geraten - als er sich mit Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier bei einem Termin mit vielen weiteren Menschen in einen Aufzug drängte. Kurz darauf wurde noch ein kurzes Video veröffentlicht, das Probleme des Gesundheitsministers beim richtigen Anlegen der Schutzmaske offenbarte.

Spahn, Bouffier und weitere Menschen in einem Fahrstuhl der Uniklinik Gießen

Spahn, Bouffier und weitere Menschen in einem Fahrstuhl der Uniklinik Gießen

Foto: Bodo Weissenborn/ dpa

Kramp-Karrenbauer hob bei dem Termin am Montag die Bedeutung der Ausrüstung hervor. Die Entscheidung über mögliche weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen hänge "extrem auch davon ab, dass wir die entsprechende Schutzausrüstung haben". Die Bundeswehr stelle sich auf eine "Langstrecke" im Kampf gegen die Pandemie ein, sagte sie weiter. "Dort, wo zivile Strukturen unter Druck kommen, ist die Bundeswehr bereit zu helfen." Derzeit seien 15.000 Soldaten im Kontingent Coronahilfe aktiv.

Für den Transport der Masken aus China organisiert die Bundeswehr insgesamt drei Flüge mit Großraum-Transportmaschinen vom Typ Antonow 225 - dem größten Transportflieger der Welt. Normalerweise nutzt die Bundeswehr diese Maschinen, um schweres Gerät zu Einsatzorten wie Afghanistan und Mali zu transportieren.

vks/dpa
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