Volker Beck "Bei den Unionsleuten kulturell etwas aufbrechen"

Der 47-jährige Beck ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Er schwärmt noch heute von den "exzellenten Kohl-Parodien" eines Unionskollegen aus der "Pizza-Connection".

Berlin - "Die Treffen der Pizza-Connection habe ich eher als kollegialen denn als strategisch-perspektivischen Termin wahrgenommen. Mich hat es damals nicht zu Schwarz-Grün gedrängt und drängt es auch heute nicht.

Ich gehörte damals auf Parteitagen immer zu denen, die gegen solch ein Bündnis geredet haben. Koalitionen muss man immer im Einzelfall an den Inhalten entscheiden.

So wie jetzt in Hamburg.

Das waren damals im 'Sassella' freundliche, kollegiale, lustige Runden. Ecki von Klaeden hat uns mit exzellenten Kohl-Parodien unterhalten. Das war wunderbar. Manchmal ging's auch feuchtfröhlich zu.

Mir war wichtig, bei den Unionsleuten kulturell etwas aufzubrechen, die Kollegen für gesellschaftliche Fragen zu öffnen: Ich denke ans Staatsbürgerschaftrecht, wo wir bei diesen Treffen eine gemeinsame Haltung gegen die schwarz-gelbe Koalition entwickeln konnten. Oder die Rechte von Homosexuellen.

Wir alle waren in einem ähnlichen Alter, waren zur gleichen Zeit an den Universitäten gewesen, hörten ähnliche Musik. Da gab es also die lebensweltliche Nähe, der gleichen Generation anzugehören. Und wir haben zu den CDUlern gesagt: Leute, so wie eure Partei bestimmte Dinge sieht, das ist doch nicht euer Ding.

Also wir wollten Kommunikationsbarrieren zwischen den Lagern abbauen, mehr nicht. Das ist gelungen. Die Kollegen aus der Runde von damals haben heute keine Scheu, sich in bestimmten Situationen anzurufen."

Aufgezeichnet von Sebastian Fischer

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