Spionage-Verdacht Grünen-Politiker Beck zeigt Imame an

Der Grüne Volker Beck fordert nach SPIEGEL-Informationen den Generalbundesanwalt zu Ermittlungen auf. Es geht um die mutmaßliche Ausspähung türkischer Regimegegner in Deutschland. Im Visier: der Islamverband DITIB.
Betende Muslime in einer deutschen Moschee

Betende Muslime in einer deutschen Moschee

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Die Spionagevorwürfe gegen den türkischen Religionsverband DITIB erhärten sich. Der religionspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck, übermittelte nach Informationen des SPIEGEL der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe brisantes Material. Es legt nahe, dass Imame der DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) in Deutschland lebende türkischstämmige Gläubige ausspionieren - im Auftrag der Regierung in Ankara. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Bei dem Material handelt es sich um Dateien sowie Kopien von Dokumenten. Darunter sollen sich ein Schreiben des Amtes für religiöse Angelegenheiten Diyanet an türkische Auslandsvertretungen sowie Berichte türkischer Generalkonsulate in Deutschland nach Ankara befinden. Beck stellte Strafanzeige wegen des Verdachts der "geheimdienstlichen Agententätigkeit".

Die DITIB streitet die Vorwürfe ab. Die "neuerlichen Unterstellungen" seien "fern der Wirklichkeit". Gleichwohl kündigte der Verband am Freitag eine eigene Untersuchung an, "und zwar sauber und transparent". Imame seien besondere Vertrauenspersonen. Sollte jemand sein Amt missbraucht haben, müsse er mit Konsequenzen rechnen.

Zuvor hatten die regierungskritische türkische Zeitung "Cumhuriyet" und "Die Welt" berichtet, DITIB-Imame hätten angebliche Anhänger der Gülen-Bewegung in Deutschland ausgespitzelt. Die türkische Regierung macht die Bewegung für den Putschversuch vom Juli verantwortlich.

Mit Material von dpa