Volker Rühe Der Gescheiterte


Essen - Volker Rühe verlor bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 27. Februar gleich doppelt: Der Spitzenkandidat der CDU wurde nicht Ministerpräsident und musste mit ansehen, wie die Niederlage der CDU seine bundespolitischen Chancen schmälerte. Sowohl beim Ringen um den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als auch beim CDU-Vorsitz kam der 57-Jährige nicht zum Zuge.

In Schleswig-Holstein gescheitert: Volker Rühe
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In Schleswig-Holstein gescheitert: Volker Rühe

Dabei galt Rühe lange als einer, der das Zeug zum Bundeskanzler hat. Seit 1976 im Bundestag, beschleunigte sich seine Karriere 1989. Damals berief ihn Kanzler Helmut Kohl zum CDU-Generalsekretär. Nach dem Rücktritt von Gerhard Stoltenberg wegen illegaler Panzerlieferungen an die Türkei wurde er 1992 Verteidigungsminister. In dem Amt erwarb sich Rühe auch international Respekt. Allerdings galt er auch als einer, der mitunter einen harschen Ton pflegte. Dadurch erwarb er sich den Beinamen "Volker Rüpel".

Nach einigem Zögern entschied sich Rühe im November 1998 zur Spitzenkandidatur in Schleswig-Holstein. Von Hamburg-Harburg verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Tönning in Nordfriesland, wo er ein Ferienhaus besitzt. Zu Beginn des Wahlkampfs schien ein Machtwechsel in Kiel sicher. Dann kam die CDU-Spendenaffäre. Nach der Niederlage kündigte Rühe an, er wolle sich wieder um seinen Bundestagswahlkreis Hamburg-Harburg kümmern.



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