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25. September 2014, 11:22 Uhr

Überraschungsbesuch in Arbil

Von der Leyen im Nordirak gelandet

Ursula von der Leyen ist überraschend in den Irak gereist. Am Donnerstagvormittag landete die Bundesverteidigungsministerin in Arbil, dort will sie mit Kurdenführer Barsani sprechen - und Bundeswehrsoldaten treffen.

Arbil - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist zu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen. Sie landete am Vormittag auf dem Flughafen der Kurdenmetropole Arbil im Norden des Landes. Die Ministerin will dort unter anderem mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani, sprechen und vor Ort tätige Bundeswehrsoldaten treffen.

Das deutsche Irak-Engagement, das von der Leyen immer wieder mit markigen Worten angekündigt hatte, steht bisher unter keinem guten Stern. Erst mit Verspätung startete am Mittwochabend einige Stunden vor der Ankunft der Ministerin von Deutschland aus der erste Waffentransport für die irakischen Kurden. Die niederländische Transportmaschine hatte einen Defekt. Ein Ersatzteil musste extra eingeflogen werden.

Letztlich startete der Flieger mit 50 Panzerfäusten und Munition, 520 G3-Gewehren und 20 Maschinengewehren gegen 2 Uhr morgens. Er steuert zunächst Bagdad an, wo die irakische Zentralregierung die Lieferung inspiziert und registriert. Erst dann, vermutlich am späten Donnerstagabend, werden die Waffen für die Peschmerga dann die kurdische Hauptstadt Arbil erreichen. Die Ministerin muss folglich auf ihrem Irak-Trip auf spektakuläre Bilder mit der Waffenlieferung verzichten.

Ausbilder hängen weiter in Bulgarien fest

Ähnlich stockend wie bei den Waffen geht es auch bei den Ausbildern voran, die die Kurden vor Ort mit der deutschen Technik vertraut machen sollen. Seit vergangenem Freitag sind sieben Fallschirmjäger bereits in Richtung Irak unterwegs, fehlende Genehmigungen zum Einflug und eine defekte Bundeswehr-Maschine vom Typ Transall aber verhinderten den Flug nach Arbil bisher. Die Odyssee endete vorerst in Bulgarien, dort stecken die Soldaten seit Tagen fest.

Die Luftwaffe hofft nun, die Ausbilder am Donnerstag endlich nach Kurdistan zu bekommen. So könnte eine Ersatzmaschine gegen Mittag in Bulgarien abheben und Richtung Irak fliegen. Von dort soll der Flieger dann möglichst rasch eine Gruppe Kurden nach Deutschland bringen, die am Bundeswehrstandort Hammelburg in einer Art Turbo-Training an deutschen Waffen ausgebildet werden und ihre Kenntnisse dann an ihre Kameraden in Kurdistan weitergeben sollen.

mgb/bka/dpa

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