Überraschungsbesuch in Arbil Von der Leyen im Nordirak gelandet

Ursula von der Leyen ist überraschend in den Irak gereist. Am Donnerstagvormittag landete die Bundesverteidigungsministerin in Arbil, dort will sie mit Kurdenführer Barsani sprechen - und Bundeswehrsoldaten treffen.

Verteidigungsministerin von der Leyen: Gespräche mit Barsani geplant
AFP

Verteidigungsministerin von der Leyen: Gespräche mit Barsani geplant


Arbil - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist zu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen. Sie landete am Vormittag auf dem Flughafen der Kurdenmetropole Arbil im Norden des Landes. Die Ministerin will dort unter anderem mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani, sprechen und vor Ort tätige Bundeswehrsoldaten treffen.

Das deutsche Irak-Engagement, das von der Leyen immer wieder mit markigen Worten angekündigt hatte, steht bisher unter keinem guten Stern. Erst mit Verspätung startete am Mittwochabend einige Stunden vor der Ankunft der Ministerin von Deutschland aus der erste Waffentransport für die irakischen Kurden. Die niederländische Transportmaschine hatte einen Defekt. Ein Ersatzteil musste extra eingeflogen werden.

Letztlich startete der Flieger mit 50 Panzerfäusten und Munition, 520 G3-Gewehren und 20 Maschinengewehren gegen 2 Uhr morgens. Er steuert zunächst Bagdad an, wo die irakische Zentralregierung die Lieferung inspiziert und registriert. Erst dann, vermutlich am späten Donnerstagabend, werden die Waffen für die Peschmerga dann die kurdische Hauptstadt Arbil erreichen. Die Ministerin muss folglich auf ihrem Irak-Trip auf spektakuläre Bilder mit der Waffenlieferung verzichten.

Ausbilder hängen weiter in Bulgarien fest

Ähnlich stockend wie bei den Waffen geht es auch bei den Ausbildern voran, die die Kurden vor Ort mit der deutschen Technik vertraut machen sollen. Seit vergangenem Freitag sind sieben Fallschirmjäger bereits in Richtung Irak unterwegs, fehlende Genehmigungen zum Einflug und eine defekte Bundeswehr-Maschine vom Typ Transall aber verhinderten den Flug nach Arbil bisher. Die Odyssee endete vorerst in Bulgarien, dort stecken die Soldaten seit Tagen fest.

Die Luftwaffe hofft nun, die Ausbilder am Donnerstag endlich nach Kurdistan zu bekommen. So könnte eine Ersatzmaschine gegen Mittag in Bulgarien abheben und Richtung Irak fliegen. Von dort soll der Flieger dann möglichst rasch eine Gruppe Kurden nach Deutschland bringen, die am Bundeswehrstandort Hammelburg in einer Art Turbo-Training an deutschen Waffen ausgebildet werden und ihre Kenntnisse dann an ihre Kameraden in Kurdistan weitergeben sollen.

mgb/bka/dpa

insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
European 25.09.2014
1. Hat die denn wenigsten ein Visum ?
Was für eine Organisation. Merkel kann in zwei Wochen Luxemburg einnehmen, vielleicht.
jones4773 25.09.2014
2. Danke Deutschland...
Für die Hilfe für Kurdistan,egal in welcher Form.
Fürstengruft 25.09.2014
3. Frieden schaffen ohne Waffen ...
jedenfalls bis der Transportflieger wieder einsatzfähig ist. Was macht UvdL in Arbil, sich entschuldigen, dass die Waffen nicht rechtzeitig vor Ort sind? Da die Waffen ja aus Altbeständen der BW stammen, kann man nur hoffen, das die Dinger wegen Wartungsmängeln nicht in der Hand der Kurden explodieren und sie versehentlich umbringen. Dann aber wird es Zeit, das Frau Merkel unserer "Kriegsministerin" das Vertrauen ausspricht.
svki 25.09.2014
4. Bitte tragen Sie eine Überschrift ein!
Ich hoffe mal, dass sie mit der Bundeswehr-Air geflogen ist. Dann stehen die Chancen gut, dass sie uns die nächsten 14 Tage in Deutschland erspart bleibt. Vielleicht verursacht die ISIS auch noch etwas Kollateralschaden.
HHRetter 25.09.2014
5. Warum???
... hängen die Ausbilder in Bulgarien fest, könnte aber Frau v. d. L. schon in der Kurdenregion zum Besuch landen? Wäre es nicht einfacher gewesen die Fallschirmjäger nach Deutschland zurück zu holen und mit Frau VDL fliegen zu lassen?
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