Vor Amtsantritt Rudolf Dreßler verwirrt Israel

Obwohl er noch gar nicht in seinem Amt ist, hat der künftige deutsche Botschafter in Tel Aviv, Rudolf Dreßler, mit einer Äußerung Betroffenheit in Israel ausgelöst.


Rudolf Dreßler sorgt für Verwirrung
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Rudolf Dreßler sorgt für Verwirrung

Berlin/Bonn - Dreßler sprach sich bei einem Besuch des Bonner "Generalanzeigers" nach Angaben des Blattes vom Dienstag für eine internationale Verwaltung von Jerusalem aus.

Damit setzte sich Dreßler in klaren Gegensatz zur Haltung der israelischen Regierung, die die Souveränität über die Stadt beansprucht. Dreßler habe sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, eine solche internationale Verwaltung auch auf den jüdischen westlichen Teil der Stadt auszudehnen, berichtete die Zeitung.

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte Dreßlers Auffassung nicht direkt kommentieren. Eine Sprecherin betonte lediglich, die Haltung der Bundesregierung zur Jerusalem-Frage sei unverändert. Deutschland tritt wie die Europäische Union für eine einvernehmliche Lösung auf dem Verhandlungsweg ein.

Auch das israelische Außenministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu den Aussagen Dreßlers bereit. In diplomatischen Kreisen in Jerusalem hieß es jedoch, Dreßlers Vorstellungen von einer "Internationalisierung" Jerusalems seien "zumindest ungewöhnlich" und stünden "im krassen Gegensatz zur erklärten Politik der israelischen Regierung". "Dies ist eine sehr gewagte Stellungnahme für einen Diplomaten, der noch nicht einmal offiziell akkreditiert ist", hieß es in Jerusalem.



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