Verdacht auf Geheimnisverrat Justiz leitet Vorermittlungen gegen Friedrich ein

Die Edathy-Affäre hat für Ex-Minister Friedrich womöglich ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Berlin prüft den Anfangsverdacht, der CSU-Politiker könne Dienstgeheimnisse verraten haben.
CSU-Politiker Friedrich: Berliner Staatsanwälte prüfen Anfangsverdacht

CSU-Politiker Friedrich: Berliner Staatsanwälte prüfen Anfangsverdacht

Foto: Tim Brakemeier/ dpa

Berlin - Die Generalstaatsanwälte von Celle und Berlin haben sich über das weitere Vorgehen in der strafrechtlichen Aufarbeitung der Edathy-Affäre verständigt. Demnach wird die Staatsanwaltschaft Hannover neben dem Ermittlungsverfahren gegen Edathy selbst ebenfalls untersuchen, ob der ehemalige Bundestagsabgeordnete vor Ermittlungen gewarnt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Berlin wird den Anfangsverdacht eines Verrats von Dienstgeheimnissen durch den ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich prüfen. Außerdem wird ein etwaiger Verrat von Dienstgeheimnissen durch den BKA-Präsidenten Jörg Ziercke geprüft.

Bislang hieß es lediglich, dass ein Anfangsverdacht geprüft werde. Der Name Friedrichs wurde in dem Zusammenhang bislang nicht ausdrücklich genannt.

Hintergrund der Vorermittlungen ist, dass Friedrich - damals noch Innenminister - im Oktober 2013 SPD-Chef Sigmar Gabriel informierte, dass der Name des SPD-Politikers Sebastian Edathy bei internationalen Ermittlungen aufgetaucht sei. Friedrich war deshalb am Freitag zurückgetreten. Gegen Edathy ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie.

Der Ex-Minister zeigte sich am Dienstag in einem ZDF-Interview fassungslos, dass er zum Rücktritt gedrängt worden war. "Es war meine Pflicht", sagte er über sein Gespräch mit Gabriel. Er habe kurz vor der Regierungsbildung das Ansehen Deutschlands wahren wollen.

fab/dpa/Mitarbeit: Sven Röbel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.