Vorschlag Polenz für Fischer als Afghanistan-Beauftragten

Der CDU-Außenexperte Ruprecht Polenz hat sich dafür ausgesprochen, die diplomatischen Bemühungen um eine Befriedung Afghanistans zu intensivieren. Er schlug vor, einen internationalen Vermittler einzusetzen. Als Kandidaten für das Amt sieht er Ex-Außenminister Joschka Fischer.


Berlin - "Was Tony Blair für den Nahen Osten ist, sollte Joschka Fischer für Afghanistan werden", sagte Ruprecht Polenz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag verwies darauf, dass die an der Befriedung und am Wiederaufbau Afghanistans beteiligten Länder derzeit einen Sonderbeauftragten mit Einfluss suchten. "Für den Fall, dass es ein solches Amt geben wird, wäre Fischer die richtige Wahl", sagte Polenz. Fischer habe "Erfahrung, Autorität und Zeit." Zudem kenne Fischer die Akteure gut, seit er 2001 die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn ausgerichtet habe.

Bei dem Vermittler-Posten gehe um eine Aufgabe zusätzlich zum Amt des Uno-Sonderbeauftragten für Afghanistan, das seit 2005 bis zum Jahresende der Grünen-Politiker Tom Koenigs innehat. Er plädiert für Gespräche mit den Taliban-Milizen. Man dürfe nicht darauf hoffen, dass sie durch den Militäreinsatz in Afghanistan zur bedingungslosen Kapitulation getrieben würden, sagte der Politiker.

ler/ddp/dpa



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