Wählergunst Union dümpelt im Osten bei 33 Prozent

In den neuen Ländern hat die Union weniger Erfolg bei den Wählern als im Westen. Das geht aus einer Umfrage des ZDF hervor. Insgesamt kann Schwarz-Gelb ihre Umfrage-Mehrheit knapp verteidigen.


Mainz - Im Westen erhielten CDU und CSU nach Angaben des ZDF bei einer Befragung für das "Politbarometer" 43 Prozent Zustimmung. Im Osten erreichte die Union dagegen rund fünf Wochen vor der Bundestagswahl nur 33 Prozent. Dies sei auch bei der Wahl 2002 so gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Senders. Die SPD schneide dagegen mit 31 Prozent im Westen nur knapp besser ab als im Osten (30).

Wenn am Sonntag Wahlen wären, hätten Union und FDP nach wie vor eine knappe Mehrheit. Die SPD bekommt demnach 29 Prozent der Stimmen. Das ist ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Union liegt unverändert auf 42 Prozent. Auch Grüne und Linkspartei mit jeweils 9 und die FDP mit 8 Prozent halten ihre Werte der Vorwoche. Damit hätte Schwarz-Gelb mit 50 Prozent eine knappe Mehrheit vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen 47 Prozent erreichen.

Eine Wechselstimmung in der Bevölkerung ist der Umfrage zufolge weiterhin vorhanden. 57 Prozent der Befragten sind der Ansicht, es wäre an der Zeit, dass andere Parteien an die Regierung kommen. 39 Prozent teilen dies nicht.

In der Kompetenzbewertung liegt die Union in fast allen Bereichen vor der SPD. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze trauen 42 Prozent der Union und nur 12 Prozent am ehesten der SPD zu. In der Steuerpolitik liegt die Union mit 35 Prozent ebenfalls vor den Sozialdemokraten mit 22 Prozent. Beim Thema Sicherung der Renten ist die Unsicherheit verbreitet, 27 Prozent setzen hier auf die Union, 18 Prozent auf die SPD. Eine bessere Gesundheitspolitik versprechen sich 33 Prozent von der Union und 25 Prozent von der SPD.

Bei der Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West liegen Union mit 25 Prozent und SPD mit 24 Prozent fast gleichauf. Die Linkspartei wird hier von 15 Prozent genannt. Nur in der Außenpolitik führt die SPD mit 30 Prozent gegenüber 26 Prozent der Union. Die Grünen halten hier 22 Prozent für kompetenteste Partei.

In der Top-Ten-Liste der Politiker hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) weiterhin die beste Bewertung vor Außenminister Joschka Fischer (Grüne). Kanzler Gerhard Schröder behauptet knapp Platz drei vor Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Mit Abstand folgen dann SPD-Chef Franz Müntefering, CSU-Chef Edmund Stoiber, Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und dann wiederum mit einem größeren Abstand FDP-Chef Guido Westerwelle. Auf den Schlussrängen liegen die Linkspartei-Spitzenkandidaten Gregor Gysi und Oskar Lafontaine.

In der Kanzlerfrage hat Amtsinhaber Schröder einen Vorsprung von sieben Punkten gegenüber seiner Herausforderin Merkel. 48 Prozent wünschen sich Schröder als Kanzler, 41 Prozent bevorzugen Merkel.

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 9. bis 11. August 1227 Wahlberechtigte.

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