Wählerwanderung CSU nimmt Liberalen 110.000 Stimmen ab

Die CSU ist wieder da. Ihren Triumph verdanken die Christsozialen Zehntausenden Stimmen von ehemaligen Nichtwählern und FDP-Anhängern. Die Liberalen verlieren nach Analysen von Demoskopen 110.000 Stimmen an die Seehofer-Partei. Die Wählerwanderung im grafischen Überblick.

Von und (Grafik)


München/Hamburg - Schon kurz nach den ersten Wahlprognosen ließ sich CSU-Parteichef Horst Seehofer im Landtag feiern. "Jeder zweite Bayer hat uns gewählt", rief er seinen jubelnden Anhängern zu. "Wir sind wieder da", so seine Analyse des Ergebnisses - die CSU hat ihre absolute Mehrheit zurück. Das Ergebnis der Landtagswahl von 2008 sei damit vergessen, sagte der bayerische Ministerpräsident. Er meinte das Debakel der Christsozialen vor fünf Jahren, als sie massive Verluste erlitten. Das ist nun Geschichte: Die CSU kann wieder allein - ohne FDP - regieren.

Ihr starkes Abschneiden bei der Landtagswahl verdanken die Christsozialen insbesondere zwei Faktoren. Das zeigen Analysen der Meinungsforscher von Infratest dimap im Auftrag der ARD auf Grundlage des vorläufigen amtlichen Endergebnisses:

  • Zum einen nahm die CSU der FDP 110.000 Stimmen ab. Dies habe die Liberalen ausgeblutet, sagte ARD-Moderator Jörg Schönenborn. 2008 war es die FDP gewesen, die von dem Transfer im schwarz-gelben Lager profitiert hatte: 180.000 ehemalige CSU-Wähler hatten damals für die Liberalen votiert. Die Zahlen verdeutlichen, wie abhängig die FDP mittlerweile von den Stimmen der Union ist.

  • Zum anderen schafften es die Christsozialen, viele ehemalige enttäuschte Anhänger zu mobilisieren. Infratest dimap zufolge machten 300.000 Ex-Nichtwähler ihr Kreuz bei der Partei von Horst Seehofer. Noch vor fünf Jahren waren 130.000 ehemalige Anhänger der Christsozialen nicht zur Wahl gegangen.

Wohin strömten die Nicht- und Wechselwähler? Welches Lager stimmte für wen? Klicken Sie auf die Grafik, um die Zuwächse und Verluste der Parteien zu sehen.

Dass sich das Lager der Wahlverweigerer in Bayern verkleinert hat, ist ein Erfolg angesichts der seit Jahren sinkenden Wahlbeteiligung in Deutschland. Sie lag im Freistaat mit 64,5 Prozent deutlich höher als vor fünf Jahren, damals waren es nur 57,9 Prozent. An der positiven Entwicklung bei dieser Abstimmung hat auch die SPD ihren Anteil, sie brachte 110.000 ehemalige Nichtwähler zurück an die Urne. SPD-Herausforderer Christian Ude wertete dies als "Trendwende" für seine Partei.

Die SPD erreichte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 20,6 Prozent - im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl ist das ein Plus von zwei Prozentpunkten. Die CSU lag bei 47,7 Prozent. Das entspricht einem Plus von 4,2 Prozentpunkten. Die FDP verlor dagegen 4,7 Prozentpunkte, sie bekam 3,3 Prozent. Die Liberalen fliegen damit aus dem Landtag.

Wahlergebnisse

insgesamt 30 Beiträge
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pacificwanderer 15.09.2013
1. Das ist Kaffeesatz-
statistik. Woher kommen denn die "Nichtwaehler'?
nurmeinsenf 15.09.2013
2. Lebwohl, FDP...
Wenn es nur mal gelänge, diese Partei für 2 Bundestagswahlen unter 5% zu halten, würden die Leute vielleicht merken, daß man sie außer als Mehrheitsbeschaffer ÜBERHAUPT NICHT braucht und sie gänzlich verzichtbar ist. Mein Traum ist, daß sie irgendwann in den Wahlergebnissen nur noch unter "Sonstige" geführt wird. So eine Art "Projekt 18", aber mit einem Komma in der Zahl. :-)
wurzelbär 15.09.2013
3. Was oder wen wählen die Menschen
wenn ein Bürger mit der FDP sich geistig verbunden fühlt und dann zur CSU abwandert - weis er auch warum? - kann er das begründen oder hat er es mit "Denken oder würfeln" probiert und die Würfel haben gewonnen? Man braucht auch in Deutschland zum Schutz des Volkes - Wahlbeobachter !
rbn 16.09.2013
4. in der Grafik fehlen die Wanderer von der SPD zur CSU
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEDie CSU ist wieder da. Ihren Triumph verdanken die Christsozialen Zehntausenden Stimmen von ehemaligen Nichtwählern und FDP-Anhängern. Die Liberalen verlieren 120.000 Stimmen an die Seehofer-Partei. Die Wählerwanderung im grafischen Überblick. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/waehlerwanderung-in-bayern-csu-nimmt-fdp-120-000-stimmen-a-922335.html
anscheinend bin ich der Einzige. Deshalb hier meine Gründe. 1. Die unklare Aussage der SPD zu den Eurobonds 2. Die unklare Aussage der SPD in der Einwanderungspolitik 3. Die unklare Aussage der SPD zur Aufnahme der Türkei in die EU 4. Die permanente Überheblichkeit und Obrigkeits-Staatlichkeit der SPD 5. Die Personalität Steinbrücks
spon-facebook-1324034099 16.09.2013
5.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEDie CSU ist wieder da. Ihren Triumph verdanken die Christsozialen Zehntausenden Stimmen von ehemaligen Nichtwählern und FDP-Anhängern. Die Liberalen verlieren 120.000 Stimmen an die Seehofer-Partei. Die Wählerwanderung im grafischen Überblick. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/waehlerwanderung-in-bayern-csu-nimmt-fdp-120-000-stimmen-a-922335.html
Die FDP hat es geschafft zwei Volksbegehren gehen ihre Politik auszulösen und nach 20:00 kann man immer noch nicht einkaufen. So sehr hat noch kaum je eine Partei versagt. Sie haben ganz und gar verdient, was sie bekommen haben.
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