Wahl des Vorstands Dämpfer für Schröder, Watschn für Scholz und Clement


Bochum - Bundeskanzler Gerhard Schröder ist mit einem klaren Ergebnis als SPD-Vorsitzender bestätigt worden. Auf dem SPD-Bundesparteitag erhielt Schröder in Bochum 80,83 Prozent der Stimmen. Das sind 7,75 Punkte weniger als bei seiner letzten Wahl vor zwei Jahren in Nürnberg. Beobachter hatten angesichts des umstrittenen Reformkurses einen noch heftigeren Denkzettel für den Kanzler erwartet. Schröder ist seit 1999 Parteivorsitzender.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wurde als stellvertretender SPD-Vorsitzender bestätigt. Auf dem Bundesparteitag in Bochum votierten jedoch nur 56,7 Prozent der Delegierten für Clement. Das war das mit Abstand schlechteste Wahlergebnis aller fünf Stellvertreter. Beim Parteitag vor zwei Jahren hatte Clement noch 68,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können.

Nahezu konstant blieb das Ergebnis für Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), der mit 90,1 der Stimmen als Parteivize (2001: 90,7 Prozent) bestätigt wurde. Als stellvertretende Parteivorsitzende bleibt auch Heidemarie Wieczorek-Zeul mit 84,6 Prozent (2001: 83,8 Prozent) im Amt.

Neue Stellvertreter wurden die baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt, die 70,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, sowie der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, für den 82,6 Prozent der Delegierten stimmten. Vogt und Beck lösen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und den früheren Verteidigungsminister Rudolf Scharping ab, die nicht mehr kandidierten.

Olaf Scholz wurde erneut zum Generalsekretär der SPD gewählt worden. Der Bochumer SPD-Bundesparteitag bestätigte Scholz mit 52,6 Prozent der Stimmen im Amt.

Mit dem Ergebnis erteilten die Delegierten ihrem General allerdings eine schallende Ohrfeige. Auf dem Berliner Parteitag vor einem Jahr war Scholz mit 91,3 Prozent der Delegiertenstimmen als Nachfolger von Franz Müntefering zum Generalsekretär gewählt worden. In den vergangenen Wochen hatte es wegen der Vermittlung des Reformkurses der Bundesregierung parteiintern Kritik an Scholz gegeben.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.