Hochrechnung zur Bayern-Wahl CSU stürzt auf 37,2 Prozent ab, Grüne bei 17,7 Prozent

Die CSU hat bei der bayerischen Landtagswahl ihre absolute Mehrheit klar verloren. Laut Hochrechnungen landet die Partei bei 37,2 Prozent. Jubeln können Grüne und AfD, die SPD schmiert ab.

Ministerpräsident Markus Söder
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Ministerpräsident Markus Söder


Die ersten Prognosen verhießen der CSU schon nichts Gutes - nun bestätigen die Hochrechnungen das desaströse Ergebnis bei der Landtagswahl in Bayern. Mit historisch niedrigen 37,2 Prozent (ARD, Stand: 0.00 Uhr/ZDF: 37,4, Stand: 22.45 Uhr) verpasst die Partei von Markus Söder die absolute Mehrheit klar. 2013 hatten die Christsozialen noch bei 47,7 Prozent gelegen.

Söder sprach in einer ersten Reaktion von einem "schmerzhaften Ergebnis". Man müsse "Lehren aus dem Ergebnis ziehen". Trotz dieser Selbstkritik erkannte er in den Zahlen einen "klaren Regierungsauftrag" an seine Partei. Nötig sei es nun, eine stabile Regierung zu bilden.

Dabei schickte er bereits am Wahlabend klare Signale an die Freien Wähler, die mit 11,7 Prozent (ZDF: 11,8), drittstärkste Kraft wurden. Es gebe eine "Priorität für ein bürgerliches Bündnis", so Söder. Offensichtlich ist auch die Gegenseite nicht abgeneigt. "Ich wär bereit. Wenn er (Söder) Ja sagt, dann pack mer's", sagt der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, im ZDF.

Während bei der CSU-Wahlparty also Ernüchterung regiert, haben die Grünen allen Grund zum Jubel: Sie werden mit 17,7 Prozent (ZDF 17,8) zweitstärkste Kraft und dürften entsprechend mit viel Selbstvertrauen in mögliche Koalitionsverhandlungen gehen. Die Bundestagsabgeordnete und langjährige Parteivorsitzende Claudia Roth erklärte in der ARD, man habe alle drei Wahlziele erreicht: ein zweistelliges Ergebnis zu erlangen, zweitstärkste Kraft zu werden und die absolute Mehrheit der CSU zu verhindern.

Video: Konfetti bei den Grünen, Schrecken bei der CSU

Landtagswahl Bayern 2018

Vorläufiges Endergebnis

Gesamtstimmenergebnis
Anteile in Prozent
CSU
37,2
-10,5
SPD
9,7
-10,9
Freie Wähler
11,6
+2,6
Grüne
17,5
+8,9
FDP
5,1
+1,8
Die Linke
3,2
+1,1
AfD
10,2
+10,2
Sonstige
5,4
-3,3
Sitzverteilung
Insgesamt: 205
Mehrheit: 103 Sitze
22
38
27
11
85
22
Quelle: Landeswahlleiter

Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck erklärte, die Menschen in Bayern hätten gesagt, dass es so nicht weitergehen solle: "Das ist ein Veränderungsauftrag."

Hinter den Freien Wählern landete die AfD (10,3 Prozent/ZDF: 10,3). Bitter wird es für die SPD, sie kommt nur auf 9,6 Prozent (ZDF: 9,3). Bangen muss die FDP, sie liegt vorerst bei 5,0 Prozent (ZDF: 5,0). Die Linke ist mit 3,1 Prozent (ZDF: 3,2) draußen.

CSU und Grüne scheinen nicht kompatibel

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: CSU 78 bis 85, SPD 20 bis 23, Grüne 37 bis 38, Freie Wähler 25 bis 26, AfD 22 bis 24 und FDP 10 bis 11. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 72,5 Prozent deutlich höher als bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 (63,9 Prozent).

Zur Wahl aufgerufen waren jetzt rund 9,5 Millionen Bürger, darunter 600.000 Erstwähler. Um die Mandate bewarben sich insgesamt 1923 Kandidaten aus 18 Parteien und Wählergruppen.

Damit muss sich nun die CSU, die Bayern seit 1962 mit Ausnahme der Wahlperiode 2008 bis 2013 allein regiert hat, einen Koalitionspartner suchen. Eine komfortable Mehrheit hätte eine schwarz-grüne Koalition, die Umfragen zufolge auch von vielen Bürgern bevorzugt wird. Söder hatte jedoch noch am Freitag erklärt, dass das Programm der Grünen mit ihren Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann "nicht koalitionsfähig" sei. Kaum überbrückbar erscheinende Differenzen gibt es vor allem in Fragen der inneren Sicherheit und der Asylpolitik.

jok/dpa/Reuters



insgesamt 254 Beiträge
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Seite 1
Nonvaio01 14.10.2018
1. SPD ist kein wunder
die partei hat kein profil, die fuehrung hat kein profil. Wofuer steht die SPD denn eigentlich noch? Es war mal der Arbeiter.....aber nun? Das die SPD teil der GROKO ist merkt man garnicht. Man denkt die CDU ist allein regierend. Dazu dann die Maas affaehre, da haette die SPD mal profil zeigen koennen.....Die SPD verpasst eine chance nach der anderen...... Bei der Bundestagswahl wird die SPD wohl irgendwo bei 15% angelangen.
baggi66 14.10.2018
2. Cool
Oder besser Juppheidiejuppheida endlich ist er da. Der Tag der solange erwartet wurde. Die CSU wird abgewatscht und die SPD versinkt im Nirgendwo.
Aristocat 14.10.2018
3. Viel schlimmer ist...
...oder je nach Betrachtungsweise vielleicht auch besser, das die SPD in Bayern nur noch bei rund 10 % liegt... und damit um cca. die Hälfte geschrumpft ist (also nochmal 10 %). Wenn jetzt die Damen und Herren Politiker von den Sozialdemokraten nicht ganz schnell aufwachen und #aufstehen, dann haben sie die Partei endgültig vernichtet. Manchmal scheint es fast so, als wenn genau das der Plan einiger Protagonisten in der Partei wäre,- jedenfalls wundere ich mich schon stark über dieses Maß der Betriebsblindheit... Man sollte doch unbedingt und dringend die Berater austauschen, den Seeheimer Kreis rauswerfen, sowie ebenfalls die verantwortlichen Köpfe (u.a. auch in Berlin) ! Denn eins ist sicher,- unsoziale Sozialdemokraten braucht kein Mensch, weder in Bayern noch sonst wo im Bund. Es ist schon eine Schande, daß die AfD jetzt so schleichend übernimmt.
claus7447 14.10.2018
4.
Zitat von Nonvaio01die partei hat kein profil, die fuehrung hat kein profil. Wofuer steht die SPD denn eigentlich noch? Es war mal der Arbeiter.....aber nun? Das die SPD teil der GROKO ist merkt man garnicht. Man denkt die CDU ist allein regierend. Dazu dann die Maas affaehre, da haette die SPD mal profil zeigen koennen.....Die SPD verpasst eine chance nach der anderen...... Bei der Bundestagswahl wird die SPD wohl irgendwo bei 15% angelangen.
Ich nehme an, dass Sie Maassen meinten. Bei Maas fällt mir noch sein Verhältnis ein...
JeanGerard 14.10.2018
5. Ein sicheres Zeichen dafür,
dass auch Bayern immer mehr verkommt. Anstatt zu handeln wird nur noch herumgefaselt - FJS würde sich im Grabe rumdrehen.
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