Niedersachsen-Wahl So wird die Zahl der Sitze im Landtag berechnet

Das vorläufige Endergebnis in Niedersachsen steht - doch wie genau sieht die Sitzverteilung im Landtag aus? Berechnet wird das nach einer Methode, die ein belgischer Jurist im 19. Jahrhundert entwickelte.

Niedersächsischer Landtag (Archivbild August 2017)
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Niedersächsischer Landtag (Archivbild August 2017)


Die Sitzzuteilung in Parlamenten ist ein komplexer mathematischer Vorgang - erst recht in Niedersachsen. Bei Landtagswahlen in dem Bundesland gilt ein anderes System als auf Bundesebene: Niedersachsen nutzt eine Methode, die der belgische Jurist Victor d'Hondt im 19. Jahrhundert entwickelte.

Dabei werden die Stimmen der Parteien jeweils durch 1, 2, 3 und so weiter geteilt und die Ergebnisse in einer Tabelle notiert. Angefangen bei der höchsten Zahl wird dann jeweils ein Sitz an die entsprechende Partei vergeben, dann ein Sitz für die zweithöchste Zahl, dann für die dritthöchste Zahl und so fort. Auf diese Weise werden so viele Höchstzahlen ermittelt, wie Sitze zu vergeben sind. Mehr Erklärungen dazu, inklusive Rechenbeispiel, finden Sie hier auf der Website des Bundeswahlleiters; der Landtag in Niedersachsen erklärt das Verfahren hier, dazu veröffentlicht er das folgende Rechenbeispiel:

Beispiel für das Verfahren nach d'Hondt
www.landtag-niedersachsen.de

Beispiel für das Verfahren nach d'Hondt

Bei der Berechnung in Niedersachsen geht man zunächst von 135 Sitzen im Landtag aus. Hat eine Partei mehr Direktmandate gewonnen, als ihr nach der Zweitstimme zustehen, erhält sie Überhangmandate, also einen zusätzlichen Sitz. Für jedes Überhangmandat gibt es aber auch einen Ausgleichssitz. Auf der Basis dieser 137, 139 oder noch mehr Sitze wird dann das sogenannte d'Hondtsche Höchstzahlverfahren erneut angewendet. Wenn bei der Vergabe des letzten Sitzes mehrere gleiche Höchstzahlen auftreten, wird per Los entschieden.

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Landtagswahl in Niedersachsen: Lange Gesichter bei der CDU, Jubel bei der SPD

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis sind in Niedersachsen künftig fünf statt vier Parteien im Landtag vertreten: Die SPD kommt demnach auf 36,9 Prozent, die CDU auf 33,6 Prozent, die Grünen auf 8,7 Prozent, die FDP auf 7,5 Prozent und die AfD auf 6,2 Prozent (alle Ergebnisse im Überblick können Sie hier nachlesen).

Nach Angaben des Wahlleiters sieht die Sitzverteilung damit wie folgt aus: SPD 55, CDU 50, Grüne 12, FDP 11 und die AfD 9.

Landtagswahl Niedersachsen 2017

Vorläufiges Endergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
CDU
33,6
-2,4
SPD
36,9
+4,3
Grüne
8,7
-5
FDP
7,5
-2,4
Die Linke
4,6
+1,5
AfD
6,2
+6,2
Sonstige
2,5
-2,2
Sitzverteilung
Insgesamt: 137
Mehrheit: 69 Sitze
55
12
50
11
9
Quelle: Landeswahlleiter

aar/dpa

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