Fotostrecke

Wahl in Sachsen-Anhalt: Wenig Jubel - viel Verzweiflung

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Hochrechnungen CDU in Sachsen-Anhalt vorne - AfD kommt auf 24 Prozent

Die AfD wird laut Hochrechnungen mit deutlich mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Die CDU bleibt die Nummer eins, kann aber ihre Koalition mit der SPD nicht fortsetzen.

Aus der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die CDU Hochrechnungen zufolge als klarer Sieger hervorgegangen. Demnach erreichten die Christdemokraten von Ministerpräsident Reiner Haseloff der ARD zufolge bei leichten Verlusten 30 Prozent (ZDF: 30 Prozent). Die rechtspopulistische AfD erzielt auf Anhieb 24,3 (24,2) Prozent und wird damit zweitstärkste Kraft.

Die Linke kommt nach deutlichen Verlusten auf 16,1 (15,9) Prozent, die SPD auf 10,5 (10,6) Prozent und büßt ebenfalls deutlich Stimmen ein. Die Grünen müssen den Hochrechnungen zufolge mit 5,0 (5,0) Prozent zittern. Ebenso die FDP die demnach mit 4,8 (4,9) Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen.

Rein rechnerisch möglich wären damit Koalitionen aus CDU, SPD und Grünen oder CDU, SPD und FDP. Sollten die Grünen und die FDP den Sprung in den Landtag nicht schaffen, könnte es ein Patt zwischen CDU/SPD und Linken/AfD geben.

Der Wahlkampf stand im Zeichen der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Indirekt war die Landtagswahl damit auch ein Stimmungstest für den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Auch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurde gewählt.

Hier erste Prognosen für Rheinland-Pfalz.

Hier erste Prognosen für Baden-Württemberg.

CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff hielt sich lange bei der Flüchtlingsfrage zurück. Erst im Dezember distanzierte er sich von den Zielen der Kanzlerin und forderte eine Obergrenze. Im Wahlkampf blieb er farblos, trotzdem ist er in der Bevölkerung beliebt. Seit der Wende wird Sachsen-Anhalt fast durchgängig von der CDU regiert.

Der sachsen-anhaltinische AfD-Spitzenkandidat André Poggenburg gehört dem rechten Flügel der AfD an. Zusammen mit dem Thüringer Landes- und Fraktionschef Björn Höcke hatte er sich 2015 mit der "Erfurter Resolution" im Streit gegen den damaligen AfD-Vorstandssprecher Bernd Lucke positioniert. Anlass war die Haltung zu den Islamgegnern von Pegida - die Partei habe sich von bürgerlichen Protestbewegungen "ferngehalten sogar distanziert", lautete ihre Kritik an Lucke.

Hohe Wahlbeteiligung

Zur Wahl waren 1,88 Millionen Bürger aufgerufen. Damit hat die Landeswahlleitung die Zahl der Wahlberechtigten von 1,93 Millionen Menschen leicht nach unten korrigiert. Laut Infratest dimap stieg die Wahlbeteiligung deutlich von 51,2 Prozent im Jahr 2011 auf 61,8 Prozent.

brt/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.