Landtagswahlen Wahlbeteiligung in Sachsen und Brandenburg höher als vor fünf Jahren

In Sachsen und Brandenburg zeichnet sich eine hohe Beteiligung an den Landtagswahlen ab.  Vor allem in den großen Städten nutzen die Bürger ihr Wahlrecht. 

Sachsens SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig im Wahllokal
Sebastian Kahnert/ dpa-Zentralbild/ DPA

Sachsens SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig im Wahllokal


In Sachsen und Brandenburg sind bis zum frühen Nachmittag deutlich mehr Menschen zur Wahl gegangen als fünf Jahre zuvor. In Sachsen hatten bis 14 Uhr landesweit 35,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Bei der vorigen Landtagswahl im Jahr 2014 waren es zur gleichen Zeit 23,1 Prozent gewesen.

In Brandenburg machten bis 14 Uhr nach offiziellen Angaben etwa 31,3 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 22,4 Prozent gelegen.

In den drei größten Städten Sachsens wuchs die Wahlbeteiligung besonders deutlich: In Dresden hatten bis zum frühen Nachmittag fast 62 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2014 waren es um diese Zeit nur rund 38 Prozent.

Die Stadt Chemnitz teilte auf Twitter mit: Um 14 Uhr habe die Wahlbeteiligung rund 44 Prozent betragen. Bei der vorangegangenen Landtagswahl seien es zu diesem Zeitpunkt nur 24 Prozent gewesen.

Auch in Leipzig hat sich die Wahlbeteiligung - Stand 14 Uhr - von 28 Prozent im Jahr 2014 auf gut 49 Prozent gesteigert.

Etwa 2,1 Millionen Wahlberechtigte in Brandenburg und 3,3 Millionen in Sachsen sind aufgerufen, die jeweiligen Landesparlamente für die nächsten fünf Jahre neu zu wählen.

In beiden Bundesländern dürfte es erhebliche Veränderungen bei den Mehrheitsverhältnissen geben. Vor allem CDU und SPD müssen wohl deutliche Verluste hinnehmen, die AfD darf laut Umfragen mit kräftigen Zuwächsen rechnen. Angesichts des Erstarkens der Rechtspopulisten wird den Wahlen auch eine große bundespolitische Bedeutung zugemessen.

Noch bis zum Abend können die Menschen ihre Stimmen abgeben. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Dann werden auch die ersten Prognosen erwartet.

lov/dpa/Reuters



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nobiskrug 01.09.2019
1. Ihr könnt es besser!
Der Herr geht zur Wahl, aha! Also wird in der Bildunterschrift die Wahlurne und der Herr beschrieben. Aber da steht doch noch was neben ihm...im Kleidchen, brav lächelnd, seht und staunt, aber verliert bloß kein Wort darüber....
rainbow-warrior999 01.09.2019
2. Immerhin eine Art "Lichtblick"
wenn die Wahlbeteiligung höher als 2014 liegt, fast sogar verdoppelt ist. Das bedeutet möglicherweise auch, dass vielleicht mehr "progressive" Wähler*innen motiviert worden sind, die beim letzten mal nicht votierten ;-) ! Das heisst dann, dass es evtl. sogar gelingt, die blaubraunen Anachronisten für Destruktivität zumindest von Platz eins fernzuhalten. Ich formuliere bewusst vorsichtig, aber zitiere an dieser Stelle mal eine Lageeinschätzung von campact vor der #unteilbar-Demo in Dresden, deren Inhalt ich viel abgewinnen kann, denn wenn sich die verdoppelte Wahlbeteiligung so bestätigt, hat auch "Unteilbar" einigen Anteil daran :-) "Eine Zahl spielt der AfD in die Hände: 49,2 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der Sächs*innen hat bei der letzten Wahl ihre Stimme abgegeben.[2] Die niedrige Wahlbeteiligung ist gleichzeitig unsere Chance – denn auch viele Progressive sind 2014 zu Hause geblieben. Eine stabile Koalition ohne die Rechten kann gelingen, wenn diesmal mehr Menschen zur Wahl gehen und eine andere Partei als die AfD wählen. "
hansa54 01.09.2019
3. Wahlbeteiligung!
Warum gibt es in dem Artikel keinen Hinweis auf die Briefwahl? Ist diese hier bereits mit eingerechnet? Hier soll es ebenfalls eine Verdoppelung gegeben haben! Aber Achtung! Das heisst aber auch, dass mit Öffnung der Wahllokale schon per se eine höhere Wahlbeteiligung festzustellen wäre! Fühle mich wieder bestens informiert! Schauen wir doch mal, wieviel von der hohen Wahlbeteiligung am Ende übrig bleibt!
WilhelmMeister 01.09.2019
4. Na bitte, geht doch
Die Dauergehirnwäsche durch die Medien in den letzten Wochen zeigt Wirkung. Wahrscheinlich werden die Wähler laut und deutlich "Weiter so" sagen, oder zumindest werden die Wahlergebnisse diese Wirkung haben. Da kann ich mich ja beruhigt wieder hinlegen, denn es wird weiterhin das Grundwasser mit Nitrat verseucht werden, weiterhin die Bienen und anderen Insekten sterben, weiterhin Braunkohlekraftwerke für angenehme Temperaturen sorgen, weiterhin Schweine, Rinder und andere Tiere in der Massenhaltung gequält werden usw usf. Der Bürger will es so.
raoul2 01.09.2019
5. Vielleicht ein Lichtblick in düsteren Zeiten
Wenn die zum Teil sehr heftig ausgeführten Diskussionen um die Gefahr, die von den Rechtsnationalen ausgeht, die Seite derer, die ein "Rückwärts" anwidert, dazu gebracht hat, wählen zu gehen und der Gefahr eine Absage zu erteilen, würde es mich ehrlich freuen. Noch zwei Stunden bis zu den ersten Prognosen und Hochrechnungen. Drücken wir uns die Daumen, daß es KEIN allzu schrecklicher Abend wird.
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