Wahl-O-Mat 2019 Wen Sie in Brandenburg wählen wollen

Brandenburg entscheidet am 1. September über die künftigen Machtverhältnisse im Landtag. Der Wahl-O-Mat sagt Ihnen, welche Partei am ehesten Ihre Ansichten vertritt.

Der Landtag in Potsdam: Am 1. September wird über die neue Zusammensetzung des Parlaments entschieden
Britta Pedersen/ dpa-Zentralbild/ ZB/ dpa

Der Landtag in Potsdam: Am 1. September wird über die neue Zusammensetzung des Parlaments entschieden


Verlieren Ministerpräsident Dietmar Woidke und seine SPD in Brandenburg womöglich doch nicht ganz so viele Stimmen wie zwischenzeitlich prognostiziert? Die Umfragedaten des SPON-Wahltrends haben vor der Landtagswahl am Sonntag zuletzt jedenfalls einen Aufwärtstrend des Amtsinhabers verzeichnet.

Die Sozialdemokraten lagen in den vergangenen Tagen erstmals seit Mitte Juni wieder mit der AfD gleichauf - und könnten mit rund 20 Prozent wieder stärkste Kraft werden. Über AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hatte zudem zuletzt der SPIEGEL aufgedeckt, dass er 2007 an einer rechtsextremen Demonstration in Athen teilnahm. Woidke sagte, Kalbitz stecke "tief im braunen Sumpf".

Seit 1990 ist die SPD in Brandenburg stärkste Kraft und stellt immer den Regierungschef. Die inzwischen zehnjährige Kooperation mit der Linken als Koalitionspartner würde Woidke dabei gerne fortsetzen. "Es war eine sehr angenehme und sehr gute Zusammenarbeit", bilanzierte er jüngst. Die mitregierende Linke lag mit 15,5 Prozent zuletzt vor den Grünen, die auf knapp 15 Prozent abrutschten.

Dass es wieder zu einem rot-roten Bündnis reicht, darf trotz Aufholjagd bezweifelt werden. Schließlich war die SPD bei der Wahl 2014 noch auf mehr als 31 Prozent gekommen, die Linke auf mehr als 20. Um den dritten Platz wird bei der Wahl neben Linken und Grünen nun auch die CDU konkurrieren - hinter AfD und SPD. Ebenfalls gute Chancen auf einen Einzug in den neuen Landtag haben Freie Wähler und die FDP, wobei letztere im SPON-Wahltrend bei etwa fünf Prozent landete.

Gut möglich, dass SPD und Linke nach der Wahl versuchen werden, ein Dreierbündnis mit den Grünen zu schmieden. Hierfür stellte die Partei zuletzt bereits Bedingungen auf. "Keine neuen Tagebaue, das ist unsere rote Linie", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock beim Wahlkampfabschluss ihrer Partei in Potsdam. Mit der SPD, so Baerbock, könnte es beim Klimaschutz "massiv schwer" werden. Auch über andere Bündnisse wie eine Simbabwe-Koalition aus SPD, CDU, Grünen und FDP wird bereits diskutiert.

Die Parteien streiten außer über den Zeitpunkt des Kohleausstiegs auch über Bildung, Grenzkontrollen an der polnischen Grenze, die finanzielle Beteiligung am Flughafen BER und das bedingungslose Grundeinkommen. Sie buhlen um die Gunst von rund zwei Millionen Wähler.

Sie können testen, welche der elf zur Wahl zugelassenen Parteien am ehesten Ihre politischen Ansichten vertritt: mit dem Wahl-O-Mat des SPIEGEL sowie der Bundeszentrale und der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Zu insgesamt 38 Thesen können Sie sich positionieren, per Klick können Sie zustimmen, ablehnen oder passen. Am Ende können Sie Antworten auch noch gewichten, wenn Ihnen eine Frage besonders wichtig ist. Dann zeigt der Wahl-O-Mat, welche Parteien Ihrer Position am nächsten stehen.

Machen Sie den Test und vergleichen Sie Ihre Standpunkte mit den Antworten der Parteien:



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
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mho/apr



insgesamt 8 Beiträge
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jonath2010 31.08.2019
1. Schönrederei am Wahlabend
Egal, wie es am Sonntag ausgeht: Die Protagonisten von CDU und SPD werden die Ergebnisse in Brandenburg und Sachsen schönreden. Sie finden wie immer einen Grund, die Stimmenverluste ihrer Partei zu relativieren. Und natürlich werden sie bei dieser Gelegenheit nicht versäumen, auf die " bösen Rechtspopulisten" verbal einzuprügeln. Es ist immer das gleiche Spiel: Schönrederei am Wahlabend ohne eine Idee, was man besser machen könnte. Genau das ist es, was den Bürgern gewaltig auf den Zeiger geht. Und die Politiker wollen es einfach nicht kapieren.
damianschnelle 31.08.2019
2. Heute
Heute zeigt die AFD nochmal mit Riesenwerbeanzeigen in der Brandenburger Presse, dass Ihr wirklich nichts zu peinlich ist. Sie können eine Telefonnummer wählen und werden von der AFD ins Wahllokal gefahren. Dazu wird der Begriff des RUFBUS zweckentfremdet.
dhkb 31.08.2019
3. Wahl-Manipulation pur
Wie wollen Sie feststellen, ob NUR Bürger aus Brandenburg (und/oder später andere ostdeutsche Länder) beim Wahl-o-Mat mitmachen oder ist das egal? In der Art: je mehr mitmachen um so geringer ergibt sich eine Tendenz GEGEN SPD/CDU oder GEGEN AfD? Das Anbieten dieses Mittel öffnet der Manipulation Tür und Tor. - - - - - - - - -Der Wahl-O-Mat ist keine Umfrage sondern ermöglicht es Ihnen, sich aufgrund bestimmter Fragen und Antworten ein Bild davon zu machen, welche Partei Ihren politischen Wünschen am ehesten entspricht. MfG Redaktion Forum
Mindbender 31.08.2019
4. ...
Zitat von dhkbWie wollen Sie feststellen, ob NUR Bürger aus Brandenburg (und/oder später andere ostdeutsche Länder) beim Wahl-o-Mat mitmachen oder ist das egal? In der Art: je mehr mitmachen um so geringer ergibt sich eine Tendenz GEGEN SPD/CDU oder GEGEN AfD? Das Anbieten dieses Mittel öffnet der Manipulation Tür und Tor. - - - - - - - - -Der Wahl-O-Mat ist keine Umfrage sondern ermöglicht es Ihnen, sich aufgrund bestimmter Fragen und Antworten ein Bild davon zu machen, welche Partei Ihren politischen Wünschen am ehesten entspricht. MfG Redaktion Forum
Rofl.. Liebe Redaktion... das es eine Umfrage ist war auch gar nicht die Aussage des Foristen.
lupo44 31.08.2019
5. das Wahlergebnis steht bestimmt schon fest.....
herr Forner vom ZDF sagte vorgestern ,das sie in den vergangenen Wahlen in ihren Prognosen ziemlich dicht waren vom Endergebnis der Wahlen. Da fragen sich viele Menschen die man so kennt:Warum gehen wir überhaupt noch wählen? Die politische Landschaft steht fest.Wehe von den etablierten Parteien geht eine Partei gegen andere Parteien etwas "unter" .Das war bei den Piraten" so und früher bei der PDS,und sogar zur Zeiten von Kelly bei den Grünen.Es muß von Allen ,auch von den Medien zur Kenntnis genommen werden,dass die Mehrheit wächst die diese Art der jetzigen Politik nicht mehr gut heißt und eine andere Richtung haben will in der Demokratie.D,H .nicht rechts ,aber auch nicht Links-Alternativ davon und verlässlich für den Einzelnen.
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