Eurokritische Partei Umfrage sieht AfD bundesweit bei zehn Prozent

Nach dem Einzug in drei Landtage liegt die eurokritische AfD nun auch deutschlandweit in einer Umfrage bei zehn Prozent. Für die FDP sieht es düster aus.
AfD-Chef Bernd Lucke: Auf dem Sprung in den Bundestag?

AfD-Chef Bernd Lucke: Auf dem Sprung in den Bundestag?

Foto: Getty

Berlin - Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) kann nach ihren jüngsten Erfolgen in Ostdeutschland laut einer Forsa-Umfrage auch bundesweit auf zweistellige Wahlergebnisse hoffen. Im Vergleich zur Vorwoche verbesserte sich die Partei um drei Prozentpunkte auf zehn Prozent, wie aus dem Wahltrend von RTL und dem "Stern" hervorgeht.

Die SPD rutschte der Umfrage zufolge im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 22 Prozent, CDU und CSU legten einen Punkt zu auf 42 Prozent. Die Linken stagnierten demnach bei neun Prozent, einen Punkt verloren die Grünen (acht Prozent). Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen betrug demnach 28 Prozent - drei Punkte mehr als in der Vorwoche.

"Es sind vor allem frühere Anhänger der SPD, die unter dem Eindruck der katastrophalen Niederlage ihrer Partei in Thüringen ins Lager der Nichtwähler abgewandert sind", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem "Stern". Der Anstieg der AfD komme durch einen Mitläufereffekt zustande, der für Parteien nach Wahlerfolgen oft zu beobachten sei. Außerdem sammele sie zunehmend Stimmen vom rechten Rand, sagte Güllner.

FDP bei zwei Prozent

Für die FDP sieht es indes nicht nach einer Trendwende aus: Die Partei bleibt demnach weiter abgeschlagen und bekäme derzeit nur noch zwei Prozent der Stimmen - einen Prozentpunkt weniger als zuletzt. Lange war die Partei nicht mehr so weit vom Erreichen der Fünfprozenthürde entfernt.

Die AfD hatte zuletzt bei der Wahl in Sachsen erstmals den Sprung in einen Landtag geschafft und erreichte zwei Wochen später bei den Wahlen in Brandenburg und Thüringen sogar zweistellige Ergebnisse. Die FDP flog hingegen bei allen drei Wahlen aus den Parlamenten. In Sachsen verloren die Liberalen damit ihre letzte Regierungsbeteiligung in Deutschland, in Brandenburg erhielt die Partei sogar nur noch 1,5 Prozent der Stimmen.


Für die repräsentative Umfrage befragte Forsa in der vergangenen Woche 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

mxw/dpa/AFP