Wahl-Umfragen PDS und NPD werden im Osten kräftig punkten

Sachsen und Brandenburg droht Umfragen zufolge ein politischer Umbruch. Bei den Landtagswahlen in anderthalb Wochen könnte die sächsische CDU die absolute Mehrheit verlieren. Zweitstärkste Partei wird vermutlich die PDS, die NPD dürfte ebenfalls im Landtag vertreten sein. In Brandenburg könnten die SED-Erben stärkste Partei werden.

Leipzig - Einer Umfrage zufolge kommt die Union Sonntag in einer Woche auf 44 Prozent der Stimmen. Seit der Wende regiert die CDU im Freistaat Sachsen mit absoluter Mehrheit. Bei der Landtagswahl 1999 kam sie mit Ministerpräsident Kurt Biedenkopf an der Spitze noch auf 56,9 Prozent.

Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien erreichen laut der heute veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap im Auftrag von "MDR aktuell" und "Sachsenspiegel" zusammen 53 Prozent - und hätten damit die Mehrhreit.

Die PDS kommt demnach auf 23 Prozent (1999: 22,2) und die SPD auf 12 (10,7). Die rechtsextremistische NPD steht der Umfrage zufolge mit 7 Prozent (1,4) noch vor den Grünen, die bei 6 Prozent stehen (2,6), und der FDP, die es mit vorausgesagten 5 Prozent (1,1) ebenfalls in den Landtag schaffen könnte.

Bei einer Direktwahl würden der Befragung zufolge 59 Prozent der Wähler für den amtierenden Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) stimmen. Der PDS-Spitzenkandidat Peter Porsch läge bei 10 Prozent und damit erstmals hinter SPD-Chef Thomas Jurk, der auf 11 Prozent käme. Der PDS schadet die Stasi-Debatte um Porsch nach Ansicht von 39 Prozent der Befragten.

Forsa sieht NPD draußen

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und dem Hamburger Magazin "Stern" sieht etwas andere Ergebnisse voraus: Demnach erhielte die CDU 46 Prozent, die PDS 24 Prozent und die SPD 12 Prozent. Die Grünen würden den Sprung in den Landtag mit 6 Prozent schaffen. FDP und NPD würden mit jeweils 4 Prozent draußen bleiben. Damit würde die CDU ihre absolute Mehrheit im Landtag verteidigen.

Umschwung auch in Brandenburg möglich

Auch in Brandenburg bahnt sich ein historischer Umschwung an: Erstmals nach der Wende könnte die PDS in einem Land stärkste politische Kraft werden. Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg liegt sie einer Umfrage zufolge mit einem gewaltigen Zuwachs klar vorn. 35 Prozent der Wähler würden für die SED-Nachfolgepartei stimmen, ergab die Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL. Das sind etwa zwölf Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 1999.

In Brandenburg werden die Koalitionsparteien SPD und CDU nach der Umfrage bei der Wahl am 19. September Stimmen verlieren. Forsa sieht die SPD derzeit bei 28 Prozent (minus elf Punkte), die CDU bei 23 Prozent (minus Prozentpunkte). Grüne (vier Prozent), FDP (zwei Prozent) und DVU (vier Prozent) würden nach der Umfrage an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Allerdings sind die Ergebnisse für NPD und DVU seit dem Wahlerfolg der NPD bei der Landtagswahl im Saarland wohl mit einem großen Unsicherheitsfaktor behaftet. Die Umfragen wurden vor der Wahl im Saarland abgeschlossen, bei der die NPD mit vier Prozent überraschend stark abschnitt. Dies hatten viele Wahlforscher als Indiz gewertet, dass die Partei auch in Sachsen ins Parlament einziehen und die DVU im Potsdamer Parlament verbleiben könnte.

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